Auswirkungen von COVID-19 auf die Weinwirtschaft. Die burgenländische Weinwirtschaft ist ebenso vom Coronavirus betroffen wie andere Branchen. Die Politik plant Hilfsmaßnahmen, um Winzern das wirtschaftliche Überleben zu sichern.

Erstellt am 02. April 2020 (08:59)
Weinkonsum am Sinken. Burgenlands Winzer haben derzeit wirtschaftliche Einbußen aufgrund der Corona-Krise.
Wein Burgenland/ Nicole Heiling

Der Coronavirus hat die Burgenländische Weinwirtschaft derzeit voll im Griff und beeinflusst den normalen Ablauf beträchtlich. Der Weinabsatz über die Gastronomie ist komplett eingebrochen. Ebenso müssen die Winzer darauf verzichten, ihre neuen Jahrgänge auf den vielerorts etablierten Weinverkostungen zu präsentieren.

Die Auswirkungen für die Winzer sind derzeit noch nicht abzuschätzen, etliche machen sich beträchtliche Sorgen um ihre wirtschaftliche Situation.

„Die Politik verhandelt Hilfsmaßnahmen auf verschiedenen Ebenen, um den Winzern das wirtschaftliche Überleben zu sichern“, so Andreas Liegenfeld, burgenländischer Weinbaupräsident.

Im Speziellen ist es der Wegfall von nahezu allen bedeutenden Umsatzkanälen. Am stärksten jedoch davon betroffen ist jener der Gastronomie, inklusive aller dazugehörigen Events. Hier wird mit knapp 57 Prozent im Dreijahresdurchschnitt, also mehr als die Hälfte des in Österreich konsumierten Weines verkauft. Doch auch der Ab-Hof Verkauf leidet darunter und der Absatz im eigenen Heurigen fällt bis auf Weiteres zur Gänze weg.

Der Lebensmitteleinzelhandel ist einer der wenigen Absatzkanäle, die derzeit noch recht gut funktionieren. Allerdings sind nicht alle heimischen Winzer im Lebensmitteleinzelhandel gelistet. Wichtiger als je zuvor ist nun der Online-Handel. Obwohl er nicht zur Gänze den ausgebliebenen Weinabsatz ersetzen kann, versucht man damit, einiges an Einbußen zu kompensieren. Die Lieferkette funktioniert hier sehr gut.

Planung wird neu aufgesetzt

Die Wein Burgenland sowie die Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM) müssen ihre Jahresplanung komplett neu aufsetzen, sind doch einige sehr wichtige Schlüsselveranstaltungen, wie zum Beispiel die „VieVinum“ in das nächste Jahr verschoben worden. Nachdem nun auch der Kultursommer wegfällt, wird der Wein ein sehr wichtiger Motor für den Tourismus im Sommer und Herbst sein. „Sobald die Corona Krise vorbei ist, wird auf allen möglichen Marketingebenen neu durchgestartet, denn wir lassen die burgenländischen Winzer nicht im Stich“, meint Matthias Siess, Obmann der Wein Burgenland.