Die Geschichte des burgenländischen Weinbaus. Der Weinbau geht im Burgenland archäologischen Funden nach schon in die Zeit vor den Römern zurück.

Erstellt am 24. Februar 2021 (14:15)
Im Jahr 1935. Das Weinlesefest in Donnerskirchen.
Gemeindechronik Donnerskirchen

In keltischen Ausgrabungen in Schattendorf und Klingenbach, welche aus 1.000 vor Christus stammen, wurden die ersten Traubenkerne gefunden. Jene gelten nicht nur als Nachweis, dass im Burgenland schon zu dieser Zeit Weinbau betrieben wurde, sondern auch als Nachweis für die erste europäische Rebe.

Aus der Zeit von 700 vor Christus gibt es Funde von Kernen in den Hügelgräbern von Zagersdorf. Unter den Römern, um Christi Geburt, wurde der Weinbau in weiten Teilen des Landes, vorwiegend in den Provinzen Noricum und Pannonien ausgeweitet. Der Fund einer römischen Steinpresse in Winden am See konnte dies belegen.

Start des Weinbau-Booms

Unter der Regentschaft von Kaiser Marcus Aurelius Probus, 276 bis 282 nach Christus, wurde das Auspflanzungsverbot abgeschafft und die Zeit des Weinbau-Booms gestartet. Karl der Große, „Vater des Weinhandels“, führte Rebsorten aus der Burgund ein. Er war es auch, der die Rebsorten in „gute“ und „schlechte“ einteilte. Fränkische wurden demnach als „gut“ deklariert und hunnische als „schlechte“ Rebsorten. Daher kommt auch der Name Blaufränkisch. Ebenso verdanken wir ihm den Weinbaukataster und die Anlegung der Musterweingärten.

Ein bleibendes Denkmal setzt auch Fürst Paul Esterházy dem burgenländischen Weinbau, als er befiehlt, eine Inschrift in ein Fass zu schnitzen, die auf einen Dessertwein aus dem Jahre 1526 aus Donnerskirchen hinweist, den sogenannten „Lutherwein“. Am Fassinhalt durften sich geneigte Genießer über 300 Jahre lang erfreuen. Erst 1852 war der letzte Tropfen ausgetrunken. Die Bezeichnung Lutherwein bezieht sich wahrscheinlich auf die Tatsache, dass sich die Donnerskirchner damals zum Luthertum bekannt haben.

Durststrecke vom 17. bis ins 19. Jahrhundert

Im 17. Jahrhundert begann der Rückgang des Weinbaus durch Religionskriege, Türkenbelagerungen, hohe Steuern und einen Aufschwung des Bieres. Viele Weingärten wechselten den Besitzer. Diese Durststrecke hielt bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts an.

Einzige besondere Stellung des Weines in dieser Zeit nimmt der Ruster Ausbruch ein. 1681 erkauft sich Rust mit 60.000 Gulden und 500 Eimern Ausbruchwein den Titel einer königlichen Freistadt. Auch Kaiserin Maria Theresia und ihr Sohn Joseph II förderten den Weinbau und erlaubten jedem, von ihm selbst erzeugte Lebensmittel, Wein und Obstmost zu allen Zeiten und zu welchem Preis er will, zu verkaufen oder auszuschenken. Auf Grundlage dieser Zirkularverordnung (1782) wurde der „Buschenschank“ geboren.

Im 19. Jahrhundert sah man sich mit neuen Rebkrankheiten konfrontiert. Als erstes suchte Oidium, der echte Mehltau, die heimischen Weingärten auf, gefolgt von Peronospora, dem falschen Mehltau. Fast zeitgleich wurde auch die Reblaus aus Amerika eingeschleppt und zerstörte die Weinkulturen weitgehend. Nur langsam erholten sich die Rebflächen und die Umstellung auf amerikanische Unterlagsreben war sehr arbeits- und kapitalintensiv. Seit dieser Zeit gibt es auch Direktträger wie etwa den Uhudler.

Weltweit Schlagzeilen machte 1985 der österreichische Weinskandal. Die Folgen der Verfälschung der Weine mit Diäthylenglykol ließen den österreichischen Weinmarkt zusammenbrechen. Als Reaktion wurde ein neues Weingesetz eingeführt, das eine strenge sensorische und analytische Prüfung österreichischer Qualitätsweine vorgibt – die Prüfnummer.

Zeit für Neues im Weinbau

Um Image und Absatz wieder zu heben, wird 1986 die „Österreich Wein Marketing“ gegründet. Seit 2003 ist die Wein Burgenland für die Bekanntmachung des burgenländischen Weines, sowie die Hebung des Images zuständig.

Heute umfasst das Burgenland (Statistik aus 2017) 13.099,8 Hektar Rebfläche, davon sind 44,4 Prozent mit Weißwein- und 55,6 Prozent mit Rotweinsorten bepflanzt. Laut der 3. Ernteschätzung wurden im Jahr 2020 66.867.200 Liter Wein geerntet.

Alle Infos auch unter www.bvz.at/weinzeit.