Aktuelle Arbeiten des Winzers. Ohne Rebschnitt würde die Rebe unkontrolliert wuchern. Aktuell sind viele Winzer im Weingarten unterwegs und bearbeiten jeden einzelnen Weinstock per Hand.

Erstellt am 13. Januar 2021 (12:28)
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Rebschnitt im verschneiten Weingarten. Der ideale Zeitpunkt für den Rebschnitt ist die Vegetationsruhe. Mehr Infos unter www.bvz.at/weinzeit.
Weingut Bayer-Erbhof

Ein wichtiger Aspekt für den Ertrag und in weiterer Folge für die Qualität des Lesegutes bei Weintrauben ist der in den Wintermonaten stattfindende Rebschnitt. Jener wird auch als Erziehungsmaßnahme gesehen, ohne der die Rebe ohne Kontrolle wuchern würde und aus den Augen (so werden die Knospen der Weinrebe im Winzerjargon genannt) der vorjährigen Triebe jedes Jahr neue weniger fruchtbare Triebe wachsen würden. Die Weintrauben wachsen nur am einjährigen Holz. Somit wird durch den Rebschnitt versucht, eine Balance zwischen dem Ertrag und dem Wachstum der Rebe zu finden.

Viele Methoden Rebstock zu schneiden

Es gibt unzählige Methoden, wie man den Rebstock schneiden kann. Dies hängt ab von Art des Bodens (tiefgründig oder karg), der Erziehungsform der Anlage (Einzelstock oder Drahtrahmen wie im Burgenland üblich), etc., dem Klima (feucht, trocken, sehr trocken), sowie der Rebsorte und den regionalen spezifischen Verhältnissen.

Als idealer Zeitpunkt für den jährlichen Rebschnitt ist die Vegetationsruhe, auch Winterruhe genannt, vorgesehen. Im Burgenland passiert dies meist von Ende Dezember bis März.

Der Rebschnitt per se ist eine sehr zeitaufwendige Arbeit, da jeder Stock individuell und natürlich per Hand bearbeitet werden muss. Dabei werden 80 bis 90 Prozent des einjährigen Holzes entfernt und es wird darauf geachtet, dass die Anzahl an Augen nicht zu hoch wird, um in späterer Folge den Rebstock nicht mit zu vielen Trauben zu belasten. Die Wahl der Knospenanzahl hängt jedoch auch davon ab, in welche Richtung der Weinstil gehen soll. Will der Winzer eher leichte, frische und fruchtige Weine erzeugen, so lässt er meist mehr Augen stehen, was einen höheren Ertrag bedeutet. Mag man tiefgründige, komplexe und kräftige Weine, so ist es üblich, den Ertrag mit einer geringeren Anzahl an Augen zu reduzieren. Das weggeschnittene Holz dient meist als organischer Dünger und wird mittels Rebenhäcksler zerkleinert und in den Boden eingearbeitet. Als letzte Erziehungsmaßnahme werden vor dem Austrieb die Triebe an den Draht geheftet, um so in späterer Folge eine regelmäßig verteilte Laubwand zu erhalten.