Rot-Gold prägt die Play-offs. Drei von acht Teams der Entscheidungsphase kommen aus dem Burgenland. Derby Rocks gegen Dragonz zum Auftakt.

Von Malcolm Zottl, David Marousek und Peter Wagentristl. Erstellt am 28. März 2021 (03:23)
Riesen. Marko Kolaric von den BBC Nord Dragonz (r.) und Gary Ware von den Mattersburg Rocks (l.) sind heiß auf die Play-offs.
Ivansich

An diesem Wochenende beginnen die Play-offs in der 2. Basketball Bundesliga. Mit den Güssing-Jennersdorf Blackbirds, den Mattersburg Rocks und den Eisenstadt Warriors hat das Burgenland gleich drei Vertreter im Bewerb. Einen Titelverteidiger gibt es übrigens nicht, im letzten Jahr musste im Play-off abgebrochen werden.

Güssing-Jennersdorf Blackbirds

Der Sieger des Grunddurchgangs kommt aus Güssing. Trotz einer Niederlage im Abschlussspiel gegen die Basket Flames, sind die Südburgenländer wohl Favorit auf den Titel. Die Chance auf die Revanche gibt es jedenfalls gleich am Samstag in Güssing, denn als Tabellen-Erster bekamen die Blackbirds den Tabellen-Achten aus Wien zugelost. „Die Flames haben jetzt Blut geleckt, ich hoffe, wir sind komplett“, erklärt Headcoach Daniel Müllner.

Dabei spricht er vor allem die vielen kleinen Verletzungen und Ausfälle im Kader an. Sebastian Koch wurde nach dem Derbysieg über Mattersburg geschont. Jakob Ernst, aktuell in Topform, knickte um und musste pausieren. Talent Mate Horvath fiel gegen Mattersburg auf die Schulter und konnte nicht eingesetzt werden. Dafür musste unter anderem Christoph Astl im fast „wertlosen“ Duell größtenteils durchspielen. Mit 35 Punkten zeigte „Didi“ auch eine bärenstarke Leistung, gewollt war das laut Headcoach so aber nicht: „Dass er fast durchspielen musste, das war leider nicht Sinn der Sache, aber unsere Rotation war sehr kurz. Wir wollten alles probieren.“

Beim „Rückspiel“ am kommenden Samstag soll die knappe Pleite (68:72) vergessen werden. „Wir waren bis zuletzt gut drauf und werden uns sehr gut für die Play-offs vorbereiten. Gegen die Flames heißt es 40 Minuten lang intensiv zu spielen. Das erste Heimspiel wollen wir natürlich gewinnen. Ich denke, wir haben gute Chancen für den Aufstieg“, glaubt Müllner.

Personelle Situation: Sebastian Koch, Jakob Ernst, Mate Horvath und Thomas Knorr sind allesamt angeschlagen. Für das Quartett ist die Chance laut Headcoach Daniel Müllner aber hoch, dass alle vier am kommenden Samstag wieder mit dabei sind.

Coldamaris BBC Nord Dragonz

Schon vor der Auslosung war klar, dass es für die Dragonz keinen einfachen Gegner gibt. Vor der letzten Runde – Eisenstadt war spielfrei –  standen noch Fürstenfeld, Innsbruck oder Mattersburg zur Auswahl. Qualitativ sieht Coach Felix Jambor kaum einen Unterschied zwischen den Teams, mit den Rocks als Los ist Jambor dennoch am glücklichsten: „Es macht natürlich einen Unterschied, ob man sechs Stunden (nach Innsbruck; Anm.) oder 15 Minuten anreisen muss. Heimvorteil gibt es ohne Fans ohnehin kaum.“

Ex-Knight Thomas Klepeisz verfolgte das Burgenland-Derby vor dem Fernseher in Deutschland und feuerte seine Freunde an.  
Klepeisz

Zudem haben die Eisenstädter heuer den ersten Sieg überhaupt in einem Derby geholt. Gegen eine Mannschaft, die man schon einmal geschlagen hat, spiele es sich leichter. Die Sechstplatzierten freuen sich nicht nur über das beste Grunddurchgang-Ergebnis in der Vereinsgeschichte, die Drachen wollen auch noch den ersten Sieg in einem Play-off nachschießen. Die Chancen dafür sind durchaus gegeben.

„Es wird darauf ankommen, wer die taktischen Vorgaben besser umsetzt und dem Gegner seine Spielidee aufzwingen kann. Auch die Tagesform wird ein wesentlicher Faktor“, schätzt Coach Jambor. Die Mattersburger haben neben den zwei offensichtlichen Stärken — Corey Hallet und Gary Ware — aber noch andere Vorzüge: Die Rocks punkten innerhalb wie außerhalb der Zone. „Wir können nicht einfach zu fünft die Räume inside eng machen, ebenso wenig sollten wir einfach alle Offensivspieler ablaufen. Da gilt es, einen guten Mittelweg zu finden“, so die taktische Devise des Trainers.

Personelle Situation: Der BBC Nord hatte im Lauf der Saison Verletzungspech: Neuzugang Petar Zivkovic und Top-Scorer Dragisa Najdanovic fielen beide aus, meldeten sich aber in den letzten Runden wieder zurück — wenn auch noch nicht in Bestform. Da man nun wieder auf die „Einser-Panier“ zurückgreifen kann, wurden die U19-Talente Emil Frantsich und Fran Selakovich wieder ins Nachwuchsteam zurückgeholt und stehen im Play-off nicht zur Verfügung.

Raiffeisen Mattersburg Rocks

Am Freitag verspielten die Mattersburger in Güssing die Chance auf den dritten Grunddurchgangssieg in Serie – 2019 und 2020 waren die Rocks in der Regular Season Nummer eins. In einer umkämpften Partie gegen Tirol sicherte sich die Truppe von James Williams immerhin noch den dritten Rang, ging damit zumindest KOS, das einzige Team, gegen die beide Grunddurchgangspartien verloren gingen, aus dem Weg.

„Wir sind schon enttäuscht, dass wir den Grunddurchgang nicht gewonnen haben“, gibt Obmann Corey Hallett zu: „Wir hatten jetzt ein Monstergramm, hatten unglaubliche Phasen und unglaublich furchtbare Phasen“, sind die Rocks nach der Corona-Pause noch nicht in Top-Form. Hallett ist soweit klar, dass die Dragonz sich für die letztjährige Viertelfinalniederlage der schlussendlich annullierten Saison revanchieren wollen. „Wir müssen Cosic im Griff haben und unterm Korb kon-trollieren, dann haben wir gute Chancen zu gewinnen.“

Personelle Situation: Verzichten müssen die Mattersburger auf Spielmacher Claudio Vancura. „Er wird im Viertelfinale sicher nicht spielen. Er ist unser Herz am Spielfeld“, schmerzt Hallett der Ausfall.