Auf in die stärkste Landesliga aller Zeiten. Mit Legionären, Routiniers sowie jungen Talenten Martin verspricht die höchste Spielklasse des Landes ab 22. Mai Tennis auf höchstem Niveau.

Von Martin Ivansich, Peter Wagentristl, Daniel Fenz und Dietmar Heger. Erstellt am 11. Mai 2021 (03:23)

Legionäre aus Südamerika, die ehemalige Nummer 18 der Welt und 14-jährige Talente: Die burgenländische Landesliga verspricht heuer besonders hohes Niveau und sportliche Bestleistungen. Die BVZ hat sich bei den Vereinen des Landes (alphabetisch gereiht) im Vorfeld der Saison umgehört.

Bad Sauerbrunn 1. „Die Landesliga war noch nie so stark, wie in der Saison. Es ist aus meiner Sicht schwieriger Meister zu werden als in der Bundesliga den Klassenerhalt zu schaffen“, hebt Bad Sauerbrunns Obmann Walter Dobesch die Qualität der Liga an. Zusatz: „Spannung ist deshalb auch garantiert, weil fünf Teams für mich in Frage kommen, da ganz vorne mitzumischen.“ Das Ziel der Tenniscracks aus dem Kurort ist es auch ein Wort um den Titel mitzureden: „Wir haben eine starke Truppe, die sicher dazu in der Lage ist, aber die Luft ist ganz vorne eben sehr dünn. Von den Aufstiegsspielen bis zum Play-off-Zuschauer ist für uns alles drin.“ Titelfavorit Nummer eins ist für den Sauerbrunner Vereinsboss aber „Neudörfl“. Gespannt darf man in Bad Sauerbrunn auf südamerikanische Tennis-Power sein: Mit dem Chilenen Bastian Malla und dem Peruaner Maurizio Echazu gibt es zwei neue Top-Spieler.

Eisenstadt 1. Der ASKÖ TC Energie Burgenland Eisenstadt macht keinen Hehl aus seinen hohen Ansprüchen: „Das Ziel ist ganz klar: Meistertitel und Aufstieg in die 2. Bundesliga“, startet Obmann Heinz Mock mit seinen Landeshauptstädtern ambitioniert in die Saison. Bewerkstelligen will Eisenstadt das auch durch die Hilfe des jungen Eigenbaus. Mit Boris Novak (23 Jahre) hat man schon länger einen jungen Führungsspieler. Gegen Alexander Wagner (14 Jahre) und Piet-Luis Pinter (15 Jahre), ist aber auch er schon ein Routinier. Zur Seite stellte ihnen Obmann Mock mit dem Wahl-Trausdorfer Mario Haider Maurer (ITN 1,7) und dem slowakischen Neuzugang Jan Stancik (ITN 1,8) zwei erfahrene Akteure, die wissen, wie es geht. „Unsere Philosophie ist der burgenländische Weg. Das bringt der Region und dem Nachwuchs etwas und sorgt für eine nachhaltig positive Entwicklung“, ist Mock überzeugt. Bitter für den ASKÖ TC: Aushängeschild Michael Frank spielt aktuell auf College-Ebene in den USA und ist daher nicht spielberechtigt.

Güssing 1. In der heurigen Saison startet der Verein in der Landesliga vor allem mit jungen Eigenbauspielern. Matthias Ujvary ist als Nummer eins gesetzt, neu zum Team kam der Moschendorfer Philipp Schlaffer. Obfrau Verena Hirmann berichtet: „Wir befinden uns in der starken Gruppe mit Bad Sauerbrunn. Außerdem wissen wir nicht, ob Matthias Ujvary immer zum Einsatz kommen kann. Er bestreitet nebenbei auch noch Turniere.“ Daher ist das Obere Play-off kein Thema, großes Ziel ist der Klassenerhalt. „Wenn Ujvary und auch Syl Gaxherri spielen können, dann ist vieles möglich.“ Der Verein kann dabei auf die Tennisschule Rosenkranz setzen. „Herbert Rosenkranz coacht unsere Jungen und bringt sich auch generell sehr ein. Wir sind stolz, dass wir mit dem eigenen Nachwuchs in die Meisterschaft starten können.“

Neudörfl 1. Mit der ehemaligen Nummer 18 der Welt, Florian Mayer, hat Neudörfl einen ganz bekannten Namen in seinen Reihen. 2012 stand der Deutsche sogar im Viertelfinale von Wimbledon. Jetzt ist er das Aushängeschild der Landesliga, auf die heuer laut Mannschaftsführer Otto Höttinger „der eine oder andere neidische Blick aus anderen Bundesländern kommt.“ Die Qualität der Liga wird aber für Höttinger nur dann auch tatsächlich so hoch sein, „wenn alle Legionäre spielen können. Das ist aktuell nicht der Fall, weil Landesliga-Spieler nicht als Spitzensportler zählen und somit bei der Einreise in Quarantäne müssten. Da warten wir noch auf den 19. Mai und etwaige Lockerungen.“ Sollte es dann so sein, dass alle Kader vollzählig antreten können, dann „wird es richtig interessant“. Titelkandidat Nummer eins ist für Höttinger übrigens „Bad Sauerbrunn. Die sind richtig gut aufgestellt, auch in der Breite. Eisenstadt und Oberwart werden auch mitmischen.“ Und selbst wollen die Neudörfler auch nicht tatenlos bei der Titelvergabe zusehen: „Klar wollen auch wir da mitspielen und sehen uns selbst zwar in der Rolle des Außenseiters, rechnen uns aber auch Chancen aus.“

Neustift 1. Seit drei Jahren lautet das große Ziel Klassenerhalt. Obmann Willibald Kienegger bringt es auf den Punkt: „Wir setzen heuer mit dem Slowaken Martin Fekiac zum ersten Mal einen Legionär ein.“ Für ihn war es die einzige Lösung, damit man in dieser Landesliga 2021 bestehen kann. Mit der aktuellen Lösung und vielen auswärtigen Spielern ist er aber nicht zufrieden. „Die Legionäre bringen meiner Meinung nach nichts. Ein Spieler mit ITN-Stärke 1,7 verzerrt die gesamte Statistik, was soll das und was bringt es dem Verband?“, fragt sich der Obmann. Ihm bleibt in der heurigen Saison aber gar nichts anderes übrig, denn vom eigenen Stamm her käme man nur auf fünf Spieler, die in der Liga mit vielen starken Teams mithalten könnten. „Der Klassenerhalt ist unsere oberste Prämisse.“

Oberwart 1. Obmann Peter Hammerl lässt sich aktuell noch nicht entlocken, wer die größten Chancen hat, dennoch meint er zur stärksten Landesliga aller Zeiten: „Natürlich peilen wir wie immer den Titel an.“ Nachsatz: „Auch wenn wir heuer nicht zum Favoritenkreis zählen.“ Hammerl möchte sich dabei gar nicht festlegen, welche der Mannschaften das Zeug für ganz oben hat. „Man weiß nicht, wer von den Legionären aufgrund der Pandemie kommen darf.“ Neben Clemens Weinhandl, Bernd Kleinschuster und Andreas Kassanits sind bei Oberwart wohl auch wieder Ladislav Svarc und Radovan Kuchynka mit von der Partie. Für die +45 wurde Routinier Wolfgang Schranz verpflichtet, der auch in der Landesliga-Mannschaft zum Zug kommen soll. „Es kann jeder jeden schlagen“, so Hammerl abschließend. Apropos UTC Oberwart: Auch hier gab es zuletzt Veränderungen. Stefan Pongracz stieg zum Sportdirektor auf, Hans Peter Hadek wurde als Kinderkoordinator aufgestellt, damit man noch professioneller auftreten kann.

Stegersbach 1. Mannschaftsführer Alexander Friedl und die junge Mannschaft befinden sich in einer Außenseiterrolle, „die wir annehmen müssen. Wir werden wohl nur vom Slowaken Michael Milko als Legionär in der Landesliga unterstützt, sonst durch Eibenbauspieler“, weiß Friedl. Daher ist der Klassenerhalt als das große Ziel ausgegeben. „Wir wollen, so gut es geht, mit den Spitzenteams mithalten, es wird aber eine schwierige Saison für uns.“ Trotzdem sieht man dem Start in der Tennis-Mannschaftsmeisterschaft positiv entgegen. Man könne sich so mit guten Spielern messen. „Tennis ist wieder in Mode, ich hoffe, dass auch wir auf diesen Trend aufspringen und tollen Sport bieten können.“

Sankt Margarethen 1. Die Sankt Margarethener sind wieder am Weg nach oben. Vor drei Jahren erklärte der TC den Abschied aus der 2. Bundesliga — altersbedingt, wegen hoher Kosten und zu wenig Verstärkung durch den Nachwuchs. Fünf Jahre gab man sich Zeit, bis man nach dem Neustart wieder die Landesliga erreichen wollte. Nach nur drei Jahren ist es nun aber in Rekordzeit soweit. In der Festspielgemeinde zeigt man sich zufrieden, aber zurückhaltend: „Wir wollen den Klassenerhalt schaffen“, erklärt Obmann Bernd Solga in Anbetracht der enorm starken Konkurrenz. Verstärkt hat man sich nur mit zwei altbekannten Legionären. „Wir spielen aber höchstens mit einem Legionär, sonst setzen wir auf unseren starken Nachwuchs.“

Stoob 1. Nach dem „Lernjahr“ in der Vorsaison, als der Abstieg ausgesetzt wurde und man immerhin in der letzten Runde einen 4:3-Erfolg über Neustift einfahren konnte, müssen die Mannen vom ASK Stoob heuer Farbe bekennen. „Wir konnten mit den Spielen im Vorjahr unser Niveau steigern, aber realistisch gesehen geht es für uns ab Runde eins gegen den Abstieg“, weiß Mannschaftsführer Christian Danzinger. Mit dem Kaisersdorfer Tobias Pürrer holte man zwar eine Verstärkung, aber dennoch ist der Kader weit nicht so breit aufgestellt wie viele der Konkurrenten. „Wir wollen auch noch Plätze für eigene Spieler lassen. Auch wenn es sich nicht für den Ligaerhalt ausgehen sollte“, will man in Stoob keine Abenteuer eingehen. „Daher bleiben wir der krasse Außenseiter.“