16er-Liga nicht in Sicht. Mit der Forderung einer 16er-Liga an die Landesverbände stehen die Ostliga-Teams scheinbar auf verlorenem Posten — es droht erneut eine Saison mit nur 13 Vereinen.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 16. April 2021 (02:11)
16er-Liga nicht in Sicht
BVZ

Offensiv wandten sich die 13 Regionalliga Ost-Vereine in der vergangenen Woche an den ÖFB und die Landesverbände — mit einem Schreiben und einer klaren Forderung: Die Liga soll wieder mit 16 Vereinen stattfinden.

„Die drei Verbände und ihre Präsidenten haben uns letzten Sommer hoch und heilig versprochen, dass die Regionalliga Ost in der Saison 2021/22 mit den statutarisch vorgeschriebenen 16 Vereinen startet“, begründet Adi Solly, Vorsitzender des Liga- und Klassenauschusses der Regionalliga Ost, die Dringlichkeit des Schreibens. Wenig später tagte die Paritätische Kommission der Ostliga in einer Online-Sitzung. Das Ergebnis, nicht befriedigend für die Ostliga-Klubs: keine sportliche Entscheidung, keine Aufsteiger.

Die öffentliche Forderung der 13 Regionalligisten, die dritte Spielklasse in jedem Fall aufzustocken und Klubs aus den drei Landesligen, in welcher Form auch immer, nach oben zu lassen, wurde nicht erhört. „Mögliche angedachte Szenarien der Regionalligavereine lassen sich — unabhängig von der rechtlichen Durchführbarkeit — schon alleine aus Termingründen nicht umsetzen“, heißt es in der Erklärung, die noch kein endgültiger Beschluss ist. Dass die Kommission aber eine Wende um 180 Grad vollzieht, ist sehr unwahrscheinlich. Ebenso, dass die Saison noch ein sportliches Ende findet. Zumindest in Niederösterreich ist diese schon Geschichte, der Abbruch seit Dienstag besiegelt.

„Rechtliche Grundlage muss gegeben sein“

ASV Draßburg-Obmann Ernst Wild appelliert jedenfalls an die Verantwortlichen: „Es sollten alle rechtlichen Mittel ausgeschöpft werden, um eine Grundlage zu schaffen, dass es Aufsteiger geben kann. Man muss in Zeiten wie diesen einfach auch kreativ sein.“

Eine 13er-Liga, betont Wild, sei „ein Armutszeugnis“ für eine dritthöchste Spielklasse. Weiters meint der Draßburger Vereinsboss: „Es gibt ja Vereine, die aufsteigen wollen. Ich brauche ja nur ein paar Kilometer rüber nach Siegendorf schauen. Da werden seit zwei Jahren alle Kräfte gebündelt, um in die Regionalliga zu kommen, und dann steht man möglicherweise zweimal mit leeren Händen da.“ Hier gelte es entsprechende Aufstiegs-Varianten zu überlegen. Die Zeit dafür sei schließlich noch vorhanden.

Dem pflichtet SC Neusiedl am See-Manager Lukas Stranz bei: „Meiner Meinung nach ist tatsächlich Kreativität gefordert. In der Krise hätte man die Chance dazu in den Landesverbänden. Jeder muss für sich entscheiden und abklären, welche Möglichkeiten vorhanden sind.“

Schwierig macht die Lage aktuell die Situation in Niederösterreich, wo eben seit Dienstag der Abbruch der Saison im Unterhaus amtlich ist. Von der Vorgehensweise der Verbände ist Stranz jedenfalls schwer enttäuscht: „Wir wurden nicht einmal nach unserer Meinung gefragt. Das ist aus meiner Sicht in Zeiten einer Pandemie speziell, aber auch sonst der völlig falsche Lösungsansatz. Gerade jetzt sollte man doch an einen Strang ziehen und gemeinsam die Problematik angehen.“

Noch konkreter wird Traiskirchen-Obmann Werner Trost. Er hat genug davon, zu hören, was rechtlich alles nicht möglich ist: „Ich würde gerne hören, wie es gehen könnte, das wäre im Sinne der Vereine. Ich denke an die Vereine, die jetzt rennen und versuchen und vielleicht zum zweiten Mal in Folge nicht aufsteigen dürfen.“

13 Klubs wahrscheinlich, letztes Wort fehlt aber

Stand jetzt, scheint es aber für die Verbände so gut wie beschlossen zu sein, dass in der kommenden Saison nicht mit 16 Vereinen gespielt wird. Und weil dem SV Stripfing am Dienstag die Bundesliga-Lizenz verwehrt wurde, ist auch das Thema RLO-Aufsteiger erst einmal vom Tisch. Es spricht also alles im Moment für eine Regionalliga Ost mit 13 Vereinen. Auch wenn der Stempel noch fehlt.