Knopf, der neue Boss. Führungswechsel beim Landesradsportverband: Ex-Profi Michael Knopf beerbt Langzeit-Präsident Edi Berlakovich.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 24. April 2021 (04:12)
Das neue Gesicht des LRV Burgenland. Ex-Profi Michael Knopf folgt auf Edmund Berlakovich, der ein Vierteljahrhundert lang die Geschicke im burgenländischen Radsport leitete.
privat, privat

25 Jahre stand Edmund Berlakovich als Präsident an der Spitze des Landesradsportverbands (LRV) Burgenland. Diese starke Epoche geht nun zu Ende. Der Markt St. Martiner gab sein Amt bei der Online-Generalversammlung am vergangenen Freitag an Ex-Profi Michael Knopf ab.

Was Berlakovich zu diesem Schritt bewog? „Ich werde im Mai 70 Jahre. Irgendwann ist es auch mal Zeit für was Neues. Michael Knopf ist der ideale Mann, hat sehr viel Erfahrung.“ Die Präsidenten-Ära von Berlakovich ist auch eng mit dem Namen Knopf verbunden. Mitte der 1990er-Jahre, als Berlakovich frisch gewählt in seiner Funktion war, versammelte sich im Güssinger Aktivzentrum eine kleine Gruppe junger radsport-enthusiastischer Sportler, der talentierteste von ihnen: Michael Knopf.

Große Fußstapfen für Michi Knopf

Knopf, mittlerweile 40 Jahre alt, ist also der logische Berlakovich-Nachfolger und auch der Wunschkandidat des Ex-Präsidenten: „Ohne Edmund Berlakovich würde der burgenländische Radsport nicht dort stehen, wo er jetzt steht“, ist die neue Aufgabe für Knopf eine Ehre. Der Inhaber des Fachhandels „Radwelt Michi Knopf“ in Mattersburg möchte das Erbe weiterführen: „Die Planungen in Zeiten der Corona-Pandemie sind natürlich alle mit Vorsicht zu genießen. Ich hoffe allerdings, dass wir vor allem die für Sport, Wirtschaft und Tourismus wichtigen Veranstaltungen wie geplant umsetzen können.“

Edmund Berlakovich zieht sich nach 25 Jahren in die zweite Reihe zurück.
BVZ

Als Saison-Highlight ist die Burgenland-Rundfahrt am 1. August im Bezirk Mattersburg geplant. Bei der Organisation darf sich Knopf auf die Unterstützung Berlakovichs verlassen. Denn der Ex-„Präsi“ wirf seinen Nachfolger nicht ins kalte Wasser, bleibt in der Funktion des geschäftsführenden Vize erhalten. „Michi Knopf vertritt den Verband nach außen. Die Geschäfte führe ich und kümmere mich auch um die Veranstaltungen“, werden Berlakovich und Knopf in nächster Zeit noch gemeinsam werken.

Und sie wollen dabei für ähnliche Höhepunkte, wie in den vergangenen 25 Jahren, sorgen. In Berlakovichs Ära wurde die Burgenland-Rundfahrt etabliert. Sie findet seit 1999 jährlich statt – bis auf die Covid-bedingte Absage im Vorjahr. 2005 war der Raum Oberwart Austragungsort der Junioren-Weltmeisterschaft. Höhepunkte waren auch mehrere Österreichische Straßenrad-Meisterschaften, insbesondere jene im Vorjahr in Mattersburg. Diese sei aufgrund der Corona-Situation eine besondere Herausforderung gewesen. Ein Herzensprojekt war Berlakovich auch stets die internationale Jugendtour (2003-2015), die mittlerweile in der Steiermark gefahren wird. „Wenn irgendeiner neu in die Weltspitze gefahren ist, habe ich immer gleich geschaut, ob der bei uns gefahren ist, und meistens war es so“, war es Berlakovich stets ein Anliegen dem Nachwuchs eine Plattform zu bieten. Im Rahmen der Jugendtour radelte unter anderem auch Pascal Ackermann durch das Burgenland. Der Deutsche holte 2019 das Maglia Ciclamino, das Sprint-Trikot des Giro d‘Italia.

Was sich Berlakovich für „seinen“ Verband in den nächsten Jahren wünscht? „Verena Eber-hardt ist sehr erfolgreich, ihr Schwerpunkt liegt auf der Bahn. Vielleicht gibt es in fünf Jahren den ein oder anderen burgenländischen Erfolg auch auf der Straße zu bejubeln.“ Knopf hat jedenfalls schon eine konkrete Idee im Kopf, wie das gehen könnte, mit der Wiederbelebung des Ergo School Race. Außerdem soll der aktuelle Rad-Boom genutzt werden. „Derzeit haben wir 13 Vereine, vielleicht kommt ja der ein oder andere dazu“, hofft Berlakovich.