Andreas Müller: „Rechne mit Top-Acht im Madison-Bewerb“. Gemeinsam mit Andreas Graf darf sich Andreas Müller nach geschaffter Quali nun bei den Spielen in Tokio beweisen.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 12. Juli 2021 (01:47)
440_0900_380020_owz27freisteller_c_drewkaplan_mueller_.jpg
Auf schnellstem Wege nach Tokio. Der gebürtige Deutsche Andres Müller startet mit Andres Graf im Madison-Bewerb.
Drew Kaplan, Drew Kaplan

Der gebürtige Berliner Andreas Müller, der für den RSC ARBÖ Südburgenland startet, musste 41 Jahre jung werden, ehe er sich nun erstmals Olympia-Teilnehmer nennen darf. Gemeinsam mit seinem Partner Andreas Graf löste er im Madison-Bewerb das Ticket für Tokio 2020, wo coronabedingt mit einem Jahr Verspätung von 23. Juli bis 8. August die Spiele über die Bühne gehen. Dort hat er auch realistische Chancen auf Edelmetall, denn Graf und er zählen nicht nur ob ihres Europameister-Titels 2014 und dem Gesamtweltcup-Sieg im Zweier-Mannschaftsfahren zur Elite ihrer Zunft. Ein spektakulärer und auch nicht ganz ungefährlicher Wettbewerb, wo der Fahrer mit bis zu 60 km/h unterwegs ist und den wartenden Gegenpart dabei auch noch anschieben sollte. Und dennoch verschrieb sich der in Berlin geborene Müller diesem Sport. Wie es zum Engagement im Südburgenland kam? Während eines Bewerbes wurde man auf ihn aufmerksam und auch Müller zeigte reges Interesse, denn, wie RSC-Obmann Ernst Imrek erklärte: „Bei einem großen Rad-Team muss man sich unterordnen und auch auf der Straße Rennen bestreiten. Das ist bei uns nicht der Fall.“

Am 29. Juli geht es ab in Richtung Japan

Es braucht nun die richtige Vorbereitung, um auf den Punkt da zu sein, wenn es um Edelmetall geht. Am 29. Juli starten Müller/Graf in Richtung Japan. Gefahren wird am 7. August, wobei es ein Hintertürchen fürs Omnium gibt. Dort fehlt dem Deutsch-Österreicher noch die Bestätigung, ob er am 5. August teilnehmen darf oder nicht. „Die Anreise ist nicht mühsam. Ich kenne das seit 20 Jahren und die Räder kommen einfach im Flugzeug mit“, schmunzelt er, der ein Ziel vor Augen hat: „Im Madison rechne ich mit den Top-Acht.“ Die Olympia-Qualifikation lief über den Zeitraum von zwei Jahren und endete mit der WM im März 2020. Müller stolz: „Offiziell wurden wir am vergangenen Freitag vom ÖOC nominiert.“ Dabei wäre er fast nicht der einzige RSC-Fahrer gewesen. Auch bei Stefan Matzner und Verena Eberhardt versuchte man alles, um ihnen eine Teilnahme zu ermöglichen. „Das Projekt bei uns nennt sich vereinsintern ‚Track16/20‘. Ziel war es, den einen oder anderen Sportler zu den Olympischen Spielen zu lotsen“, erklärt Obmann Imrek, der nun zumindest einem Athleten die Daumen drücken kann. Und dort möglicherweise auch noch die Krönung in Form einer Medaille erfährt. Dann wäre beim RSC ARBÖ Südburgenland aber richtig was los.