Saison 21/22: Wertung muss fair sein. BFV-Boss Gerhard Milletich will im Frühjahr die Basis für die Saison 2021/2022 schaffen. Dafür braucht es eine Wertung, die optimalerweise auch noch fair ist.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 22. Januar 2021 (01:23)
Derzeit ruht der Fußball, nicht zuletzt aufgrund des Lockdowns. Aber auch in ganz normalen Zeiten wäre aktuell für alles, was mit Fußball zu tun hat, nicht viel möglich, wie dieses Bild vom Wochenbeginn zeigt.
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Eine Corona-Allianz wandte sich zuletzt an die Öffentlichkeit. Die Partner dieser Kooperation sind die elf Teamsportarten und deren Verbände: American Football, Baseball, Basketball, Eishockey, Faustball, Fußball, Handball, Hockey, Rugby, Volleyball und Wasserball.

Fußball hat in dieser Gruppe zweifelsohne die größte Lobby – und doch braucht es einen Schulterschluss, was das kollektive Anliegen betrifft. Dieses besagt, dass die Verbände und Sportarten mit einer zentralen Forderung an die Politik herantreten: eine an die Öffnung der Schulen gekoppelte schrittweise Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs unter den gebotenen Sicherheitsauflagen, um nicht einen Totalschaden im Nachwuchs- und Amateurbereich herbeizuführen. Denn: „Seit dem Wochenende ist klar, dass uns die Corona-Pandemie bis weit in den Frühling hinein vor große Herausforderungen stellen wird. Während für viele Gesellschaftsbereiche bereits mögliche Fahrpläne und Perspektiven nach dem verlängerten Lockdown präsentiert wurden, wurde der Sport in seiner Gesamtheit bisher nicht erwähnt.“

BFV-Präsident Gerhard Milletich sieht im fertig zu spielenden Herbst ein realistisches Ziel.
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Daher gelte es, wie in einer Aussendung klargestellt, den derzeit alarmierend sinkenden Mitgliederzahlen (rund ein Drittel weniger in manchen Verbänden) entgegenzuwirken und zu verhindern, ganze Jahrgänge bei den Kindern und Jugendlichen zu verlieren. Das Angebot stehe jedenfalls, dass die Verantwortlichen „als ausgewiesene Experten geschlossen in den Dialog mit den Ministerien“ treten, wie eben „die Wiederaufnahme eines der Situation angepassten Trainingsbetriebs im Mannschaftssport parallel zu den Schulöffnungen aussehen kann.“ Für den Fußball etwa wurde Leo Windtner, Präsident des Österreichischen Fußball-Bunds (ÖFB), zitiert: „Wir alle haben großes Verständnis für die erneut verlängerten und verschärften Maßnahmen und haben diese seit Frühling 2020 immer hundertprozentig mitgetragen. Das tun wir auch jetzt. Der Teamsport braucht aber jetzt eine echte Perspektive, die wir unseren Vereinen und Mitgliedern bieten können. Ansonsten wird es unausweichlich zu unabsehbaren langfristigen Kollateralschäden kommen. Ich kann nur vor allen Aktiven und Ehrenamtlichen in Österreich dankend den Hut ziehen, die es zustande gebracht haben, dass die Amateur-Clubs bis hierher durch diese schwierige Zeit gekommen sind. Ich bin überzeugt, dass wir diese Krise gemeinsam bewältigen.“

Ohne eine besagte Perspektive werde es aber schwer. Das sieht auch Burgenlands Fußballverbands-Präsident Gerhard Milletich so. Bei der Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs zeigt sich der BFV-Boss trotzdem defensiv, denn: „Ob es schon zeitgleich mit einer Schulöffnung gelingen wird, sei dahingestellt. Gut und wichtig ist, die Anliegen zu kommunizieren und gemeinsam aufzutreten.“

Hälfte anpeilen „würde auch Klarheit schaffen“

Vom Bauchgefühl her könnte sich der 64-jährige Verbandschef vorstellen, dass ab März wieder ein Trainingsbetrieb – in welcher Form auch immer – möglich sein wird. „Alles, was früher gelingt, ist natürlich fein. Ich gehe aber ehrlicherweise nicht davon aus und traue der Sache nicht, dass wir jetzt dann einfach so trainieren können. Prognosen zu stellen, ist derzeit aber einfach unglaublich schwierig.“

Sollte jedenfalls ab März die Rückkehr auf die Sportplätze möglich sein, würde dann irgendwann im April die Meisterschaft fortgesetzt werden. Und hier gilt es dann, die ausstehenden Spiele vom Herbst nachzutragen. „Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen. Vor allem ist völlig unklar, wie viele Runden wir dann noch aus dem Frühjahr weiterspielen können und wann die Saison dann zu Ende gehen müsste.“ Fakt ist schließlich, dass die Punktejagd, die theoretisch ab 20. Februar mit Nachtragspartien fortgesetzt worden wäre, unter den aktuellen Umständen aus zeitlichen Gründen dann ganz sicher nicht komplett zu Ende gespielt werden kann. Theoretisch bliebe laut BFV-Beschluss bis 27. Juni Zeit. Alles kann sich da aber einfach nicht ausgehen. Daher sei Vernunftdenken angesagt. „Den Herbst zu Ende bringen würde als definiertes Ziel Klarheit schaffen, was Auf- und Abstiege betrifft sowie vor allem Unschärfen vermeiden, falls dann in weiterer Folge nur ein kleiner Teil des Frühjahrs durchgebracht werden könnte.“

Nach dem persönlichen Geschmack des Präsidenten wäre also ein sauberer Schlussstrich der Saison nach dem Ende des fertiggespielten Herbstdurchgangs die vergleichsweise fairste Lösung. Am 30. Jänner soll jedenfalls bei einer Vorstandssitzung im großen Kreis besprochen und geklärt werden, wohin die Tendenz bei der Meisterschaftsplanung geht. „Wichtig ist, Auf- und Abstieg durchführen zu können, damit so auch die Basis für die neue Meisterschaft gebildet wird.“ Denn die, das ist sehr wohl Milletichs klare Prognose, wird dann „wieder völlig normal ablaufen können. Davon bin ich zum jetzigen Zeitpunkt wirklich überzeugt.“