Die Zuversicht schwindet. Noch ist kein Erwachsenen-Training möglich. Die Aussichten sind in Ostösterreich düster – und die Zeit läuft davon.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 25. März 2021 (02:33)
Fußballbetrieb im Abseits. Derzeit ist aufgrund der Covid-Situation noch an keine Wiederaufnahme des Erwachsenentrainings zu denken – ergo wackelt die geplante Fortsetzung der Meisterschaft ebenfalls bedenklich.
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Die Hoffnung, am Montag seitens der Regierungsvertreter im Zuge der allgemeinen Lagebewertung positive Signale für weitere Öffnungsschritte im Amateurfußball zu erhalten, hat sich nicht erfüllt. Im Gegenteil. Vielmehr ist der Status quo bis auf weiteres eingefroren. Der lautet für den Erwachsenenbereich: Ein Gruppentraining – in welcher Form auch immer – ist nicht erlaubt. Speziell die hohe Infektionslage in der Ostregion Österreichs, verbunden mit der prekären Lage an intensivmedizinischer Betreuung, war ein Öffnungs-Hemmschuh und ist der Grund, warum hier der Weg in die Verschärfungsrichtung gegangen wird.

Nach Ostern könnten dann weitere Infos folgen. Diesen Zeitpunkt wartet man seitens des Burgenländischen Fußballverbands (BFV) noch ab, um dann im Rahmen einer Vorstandssitzung die weitere Vorgehensweise festzulegen. Geschäftsstellenleiter Karl Schmidt: „Normal werden diverse Schritte im Vorfeld angekündigt. Gibt es in der Woche nach Ostern also keinerlei positive Signale, wird es sich für uns auch nicht mehr ausgehen, was eine Fortsetzung der Meisterschaft und eine Wertung betrifft.“ Zur Erinnerung: Die noch offene Hinrunde muss gespielt werden, sonst kann keine Wertung erfolgen. Meist handelt es sich um vier bis sechs noch ausständige Partien. Punktuell fehlen aber bis zu neun Spiele, etwa dem SC Oberpullendorf in der 2. Liga Mitte.

In Niederösterreich wurden für das Fortsetzungs-Szenario bekanntlich bereits die zeitlichen Voraussetzungen festgelegt. Sollte bis zum 18. April kein Training starten, wird die Meisterschaft abgebrochen. Und auch die Rückrunde wurde der Form halber offiziell schon gestrichen.

„Gezwungenermaßen in einer Warteschleife“

Im Burgenland will man sich hingegen weiterhin auf kein Datum festlegen, sondern im Fall des Falles flexibel bleiben. Einerseits ist im BFV-Betrieb nur eine vierwöchige Trainings-Vorlaufzeit geplant (in NÖ fünf), andererseits könne noch jeder Tag entscheidend sein. Dass auch im Burgenland definitiv keine Rückrunde über die Bühne gehen werde, sei in der Praxis sowieso fix, wie Schmidt bestätigte.

So oder so wolle sich die Verbandsspitze bis zuletzt aber alle Möglichkeiten offen lassen. Das stellt Schmidt weiterhin klar, auch wenn seine Zuversicht schwindet: „Ich war stets relativ optimistisch, mittlerweile glaube ich persönlich nicht mehr daran, dass wir eine Wertung schaffen. Trotzdem haben wir kommuniziert, dass wir das auf jeden Fall wollen. Daran halten wir natürlich fest, bleiben aber gezwungenermaßen in einer Warteschleife. Fast alle Klubs haben mittlerweile verstanden, dass wir als BFV politische Entscheidungen von Öffnungsschritten weder beeinflussen noch vorab wissen können. Hier tritt der ÖFB als Vertreter der gemeinsamen Interessen auf.“

Und auch BFV-Präsident Gerhard Milletich pendelt zwischen dem Willen, die Meisterschaft durchzupeitschen, und dem Blick auf die Fakten: „Nachdem wir uns in der Ostregion Österreichs befinden, steigt meine Befürchtung, dass wir die Meisterschaft erneut annullieren müssen und genau das Szenario eintrifft, das eigentlich keiner will. Wir werden weiterhin alles versuchen, aber aktuell sieht es ganz danach aus, dass wir nicht rechtzeitig trainieren können. Die hohen Zahlen werden nicht so rasch verschwinden.“

Zumindest erfreut ist der Verbands-Präsident über den Umstand, dass zuletzt im Nachwuchs bereits – ohne Körperkontakt – trainiert werden durfte. „Ich sehe das bei mir in Parndorf, wo das Training wieder läuft. Die Kinder sind voller Freude.“