Das Varianten-Spiel der Regionalliga Ost. 16, 13 oder gar nur 12 Teams? Für die dritte Liga im Osten gibt es für die Saison 2021/22 verschiedene Optionen.

Von Malcolm Zottl. Erstellt am 10. April 2021 (03:13)
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Wenn die Saison in den Landesverbänden nicht mehr fortgesetzt werden kann, stellt sich vor allem für die Regionalliga die Frage, wie die 13er-Liga in die nächste Saison geht. „Es sollten ganz einfach 16 Vereine in der Regionalliga spielen“, meint Neusiedls Manager Lukas Stranz und fügt an: „Das ist einer 3. Liga auch würdig. Alles andere ist für mich keine Alternative.“

16 Vereine:

Damit die Regionalliga wieder mit ihrer Standardstärke gespielt werden kann, braucht es drei Aufsteiger aus den Landesverbänden. Bei einem neuerlichen Abbruch bräuchte es dafür aber kreative Lösungen:

Schauplatz Niederösterreich:

Scheiblingkirchen, Landesliga-Leader nach Verlustpunkten, brachte die Idee eines Qualifikationsturniers für alle aufstiegswilligen Teams im Sommer ins Gespräch. Krems und Retz wären wohl dabei, Ardagger und Schrems winkten ab. „Ich denke, dass die aufgezeigten Varianten gute Möglichkeiten wären“, meint Scheiblingkirchen-Trainer Thomas Husar. Der Verband reagiert abwartend: „Hier ist zunächst die rechtliche Grundlage abzuklären. Wir werden in den nächsten Wochen die möglichen Szenarien durchbesprechen“, sagt etwa NÖFV-Geschäftsführer Heimo Zechmeister. Doch wie sieht Kottingbrunn das Vorhaben der Ligakonkurrenten, immerhin war die Mannschaft in der annullierten Saison 2019/20 nach Verlustpunkten Landesliga-Tabellenerster. „Ich verstehe die Diskussion nicht ganz. Wir haben gerade einmal ein Drittel der Saison gespielt und irgendeine künstliche Lösung herbeizuführen, ist nicht sinnvoll“, meint Trainer Andreas Haller. Sein Ansatz: „Für mich gibt es keine andere Möglichkeit, als die Saison wieder zu werten.“

Schauplatz Wien:

Verbandschef Robert Sedlacek ist vorgeprescht und hatte einem Aufstieg von Leader Vienna, ohne komplette Hinrunde, eine Absage erteilt. Es werde keine „Lex Vienna“ geben. Doch die Stadtligisten sehen die Angelegenheit etwas anders. Alle 15 Konkurrenten sollen eine Petition für den Vienna-Aufstieg unterschrieben haben.

Schauplatz Burgenland:

Sportlich gesehen, könnten die finanziell potenten Siegendorfer, Dauerrivale Deutschkreutz oder auch Pinkafeld Anspruch auf den Regionalliga-Aufstieg erheben. Konkrete Lösungsansätze, um einen möglichen Aufsteiger ermitteln zu können, gibt es aber noch nicht. Verbands-Präsident Gerhard Milletich betont vor allem einen Punkt: „Wenn wir ohne eine rechtliche Grundlage Aufsteiger zulassen, könnte das eine Kettenreaktion in die unteren Ligen auslösen. Die würde sich dann möglicherweise mit Problemen bis in die neue Saison hineinziehen. Nachdenken kann man über alles, aber es ist wichtig, am Ende auch sinnvolle Entscheidungen zu treffen, die vor allem rechtlich halten.“

13 Vereine:

Wenn die Saison in der Regionalliga und den Landesligen abgebrochen und annulliert wird, wäre es wohl die einfachste Lösung. Alle 13 Vereine bleiben auch in der Regionalliga. Es gibt keine Auf- und Absteiger. Für Traiskirchens Obmann Werner Trost etwa wäre es keine zufriedenstellende Lösung: „Kärnten hat es vorgemacht, wie es geht.“ In der Vorsaison mit dem Schritt den Landesliga-Zehnten Spittal/Drau in die Regionalliga Mitte zu lassen. Heuer mit der Entscheidung, dass, wenn 90% der Hinrunde gespielt sind, es einen Aufsteiger gibt.

12 Vereine:

Aus der Ostliga meldete nur Stripfing Ambitionen an, aufzusteigen. So könnte nach einem Stripfing-Aufstieg mit 12 Vereinen gespielt werden. Der Modus wäre analog zur Bundesliga. 22 Grunddurchgangspartien. Danach eine Liga- und Punkteteilung und zehn weitere Runden. Doch diese Variante wirft wohl mehr Fragen als Antworten auf. Wenn Stripfing nämlich aufsteigen darf, könnte es auch Absteiger in die Ostliga geben – etwa die Young Violets, Horn oder die Rapid Amateure. Damit die Rechnung mit den 12 Vereinen aufgeht, würde es wohl eine Aufstockung der 2. Liga von 16 auf 18 Klubs brauchen.