Die zarten Schritte zur sportlichen Normalität. Der Trainingsbetrieb im Spitzensportmodell am BORG Oberschützen läuft schichtweise. Wesentlich ist für die Youngsters laut den Verantwortlichen vor allem eine „gewisse Struktur“.

Von Bernhard Fenz. Erstellt am 23. März 2021 (03:22)
Aktiv: Fabian Wohlmuth kickt beim 2. Liga-Klub Lafnitz und ist so laufend im Einsatz, …
BVZ, zVg

Zugegeben: Normal im Sinne von „so wie immer“ ist derzeit natürlich fast nichts in unserem Alltag. Und doch sind es kleine Eckpfeiler, die in der Covid-Pandemie helfen können. Für das Burgenländische Schule & Sport Modell des BORG Oberschützen, kurz BSSM, gilt das etwa in Form des Trainingsangebots.

Hier fällt das Leistungssport-Schulmodell bezüglich Corona-Maßnahmen in die Spitzensport-Schiene, seit Beginn des zweiten Semesters wird wieder dreimal pro Woche ein Vor-Ort-Athletiktraining angeboten. Trotzdem sollen die Gruppen (Stichwort Contact Tracing) in ihrer Größe überschaubar bleiben.

Marc Kerschbaumer: Geschäftsführender Obmann des BSSM.
BVZ, zVg

Deshalb haben sich die Verantwortlichen hier jedenfalls für die Sicherheitsvariante entschieden. Angelehnt an den Schichtbetrieb in der Schule pendeln auch die Trainingsgruppen im Wochen-Rhythmus annähernd ident zwischen der Arbeit daheim und der Schule. Zu Hause gibt es das bereits seit Lockdown-Zeiten vorgegebene @home-Training. Vor Ort wiederum ist die Arbeit am Areal des BORG Oberschützen möglich, inklusive umgesetztes Präventionskonzept, Trainingstagebuch et cetera, versteht sich. BSSM-Leiter Marc Kerschbaumer: „Es ist so eine gewisse Struktur vorhanden. Das ist sehr wichtig.“

… ebenso wie Magdy Abou Ahmed, für die Oberwart Gunners in der Basketball Superliga. Aber auch …
BVZ, zVg

Schließlich sind die Talente der verschiedenen Sportbereiche (die in ihrer jeweiligen Sparte abseits des Schulbetriebs natürlich auch selbstständig aktiv sind) nun wieder mehr greifbar. In Zeiten wie diesen ist das ein wesentlicher Faktor, denn: „Einige geben so oder so Vollgas und sind supermotiviert. Zu manchen braucht es aber bei ihrer Arbeit und Entwicklung den persönlichen Kontakt, um Impulse geben zu können,“ unterstreicht der Lehrer und Sportwissenschafter auch den psychischen Faktor im Nachwuchs-Leistungssport. „Vermehrt werden wir etwa bei den Älteren mit gewissen Formen von Existenzängsten konfrontiert.“

Johann Szabo: Sportkoordinator des BSSM.
zVg, zVg

Nicht zuletzt deshalb kann ein Trainingsbetrieb ein zarter Schritt zur sportlichen Normalität sein. Johann Szabo, Sportkoordinator und, gemeinsam mit Ausbildungskoordinator Bernd Kager, Teil der BSSM-Leitung, sagt: „Wir nehmen es so an, wie es ist, und versuchen das Beste daraus zu machen. Das sind wir dem Nachwuchs schuldig.“ Schließlich kann mit entsprechender Betreuung auch in Covid-Zeiten durchaus Sinnvolles getan werden, wie Szabo unterstreicht: „Gerade jetzt ist die Zeit gut, um etwaige Defizite auszugleichen und den Fokus bei der Trainingsarbeit auch auf andere Dinge zu legen.“

… andere Sportarten werden aktiv betrieben, etwa Reitsport, wie Robin Erkinger in der Vielseitigkeit.
BVZ, zVg

Hier helfe man, wo es geht. Dabei sind, Stichwort Spitzensport, beim BSSM Oberschützen auch sogenannte Trainingsumfeldmaßnahmen möglich. Was von den Sportdachverbänden bezüglich Schul-Breitensport kritisiert wird – dass Bewegungscoaches als schulfremde Personen gelten und aktuell noch keinen Zutritt haben –, ist in diesem Fall möglich. So können die Youngsters auf Bereiche wie personelle psychologische Betreuung, Physiotherapie oder Ernährungsberatung zurückgreifen. Immerhin gilt es, die größten Leistungssport-Talente in den jeweiligen Sparten bestmöglich zu forcieren, um hier so wenig Potenzial wie möglich zu verlieren. Denn eines ist auch in diesem Bereich klar, wo von den Jugendlichen vor allem täglich sportliche und schulische Disziplin eingefordert wird. „Die Willensausdauer ist strapaziert,“ weiß Szabo. Nicht zuletzt deshalb können eben auch zarte Schritte zurück in die sportliche Normalität hilfreich sein.