Souveräne Vögel und Derbyfeuer. Blackbirds demonstrierten gegen Flames ihre Macht. Außenseiter Eisenstadt setzte Rocks mit Auswärtssieg unter Druck.

Von David Marousek, Peter Wagentristl und Malcolm Zottl. Erstellt am 02. April 2021 (03:52)

Während der Halbfinaleinzug von Grunddurchgangssieger Güssing/ Jennersdorf wohl eine reine Formsache wird – im ersten Match legten die Südburgenländer beim 104:60 gleich 44 Punkte Differenz zwischen sich und die Basket Flames – wechselte im Burgenland-Derby zwischen Mattersburg und Eisenstadt nach dem 72:75 die Favoritenrolle, eben weil die Dragonz mit einem Auswärtssieg für eine Überraschung sorgten. Die BVZ fragte vor den entscheidenden Spielen am Osterwochenende bei den Vereinen nach.

Raiffeisen Mattersburg Rocks. Die Mattersburger starteten gegen Eisenstadt stark, nur um sich im zweiten Viertel einen zwischenzeitlichen Komplettausfall zu leisten. Der daraus resultierende Zwischenspurt der Norddrachen war entscheidend, damit die Landeshauptstädter die umkämpfte Partie 75:72 gewannen. „Im Play-off brauchst du 40 Minuten guten Basketball. Da reichen nicht 32 bis 35 Minuten“, kritisiert Corey Hallett. Kollege Fabian Poremba stimmt ein: „Wir haben ein schlechtes Spiel gehabt. Hoffentlich wird es beim nächsten besser.“ Es braucht am Karsamstag einen Sieg in Eisenstadt, um am Ostermontag ein Endspiel im Kampf um das Halbfinale zu bekommen. Gelingt in der Mattersburger Sporthalle dann der zweite Sieg, würden die Rocks passend zum Osterthema eine kleine Auferstehung feiern. Dafür braucht es eine kompaktere Defensivleistung als im ersten Spiel der Viertelfinal-Serie, wie Coach James Williams erläutert: „Unsere Defensive war sehr schlecht, das muss sich in den nächsten zwei Spielen ändern.“ Damit die Rocks nicht erstmals seit Bestehen der gesamt-österreichischen 2. Liga im Viertelfinale scheitern.
Aktuelle Infos: Spielmacher Claudio Vancura fehlt weiterhin. Für Hallett ist die Nummer zehn ja der Denker und Lenker, so wie das Herz der Mannschaft. „Natürlich tut sein Fehlen extrem weh. Das darf für uns aber trotzdem keine Ausrede sein.“

Güssing/Jennersdorf Blackbirds. Mit einem eindrucksvollen 104:60-Sieg über die Basket Flames startete die Mannschaft von Headcoach Daniel Müllner. „Wenn man so weit vorne ist, dann spielt es sich irgendwann leichter, aber wir hatten unseren Rhythmus gefunden. Da denkt man dann auf dem Court nicht mehr nach, sondern spielt einfach“, lobte Müllner seine Akteure. Topscorer wurde übrigens Florian Pöcksteiner (20 Punkte). „Es war ein super Spiel von ‚Pöcki‘, das war wichtig für ihn“, freute sich der Coach für seinen Spieler. „Das Match war echt super, wir haben so gespielt, wie wir uns das vorgenommen haben. Auch die jungen Spieler. So leicht wird es jetzt aber sicher nicht mehr“, mahnt Blackbird Philipp Horvath vor dem Wiedersehen mit den Wienern. Auch für Müllner wird das auf jeden Fall ein schwieriges Duell: „Die Wiener stehen jetzt mit dem Rücken zur Wand. Wenn wir unsere Leistung abrufen, dann stehen wir aber in der nächsten Runde. Es ist aber sicher keine ‚gmahte Wiesn‘ für uns.“
Für Horvath, der schon unter den damaligen Güssing Knights ein Faktor für den Erfolg war, wurde das erste Playoff-Spiel in dieser Saison zum Erfolg. Innerhalb weniger Minuten traf er vier Dreier in Folge. Kurios: Allein mit diesen zwölf Punkten hatte Philipp Horvath so viele Zähler erzielt, wie der beste Wiener zu diesem Zeitpunkt. Dass der fünfte Versuch an den Korbring ging, schmälerte die Leistung jedenfalls nicht.
Wo das Duell gegen die Flames übrigens stattfinden wird, ist aktuell noch nicht geklärt. Die Wiener Stadthalle wird voraussichtlich wegen der „Osterruhe“ geschlossen sein, eine Ausweich-Arena wurde zu Redaktionsschluss noch nicht genannt.
Aktuelle Infos: Bei den Blackbirds ist der Großteil der Spieler einsatzbereit und fit. Thomas Knor laboriert aktuell noch an einer Fingerverletzung. „Tommy ist da leider noch fraglich“, erklärte Müllner im Vorfeld der Partie.

BBC Nord Dragonz. Beim BBC Nord knallten die Sektkorken nach dem ersten Sieg in den Play-offs in der Vereinsgeschichte natürlich nur metaphorisch. Auch bei der Analyse des Derby-Sieges war Obmann Roland Knor noch bestens gelaunt und sprühte vor Stolz: „Die Freude war natürlich riesig. Aber intern war die Überraschung nicht so groß, wie man von außen glauben könnte.“ Hintergrund seiner persönlichen Prognose: „Die Leistungssteigerung in den Vorrunden hat uns Zuversicht gegeben.“ Möglich machte den Sieg ein überragendes zweites Viertel der Eisenstädter, in dem sie ein Minus von zwölf Punkten in ein zweistelliges Plus verwandelten. „Auch das ist gegen eine starke Mannschaft wie Mattersburg möglich, wenn man einen Lauf hat“, ist Knor aus dem Häuschen. Die Einstellung zum Spiel und die Form passe einfach aktuell optimal — und man bringe das Potenzial auch aufs Parkett. Beim Heimmatch in Eisenstadt werden die Drachen am Wochenende demnach auch mit geschwellter Brust auflaufen. „Genau gleich werden wir das Match natürlich nicht angehen, wir müssen die Mattersburger schon überraschen“, verspricht Knor. Grundsätzlich habe die Taktik am Wochenende aber optimal gepasst, vor allem der Defense klopfte der Dragonz-Obmann auf die Schulter. „Die Vorgaben haben punktgenau gepasst und wurden perfekt umgesetzt.“ Die Balance zwischen Verteidigung in der Zone und frühes Verhindern von Wurfmöglichkeiten waren für Knor der Schlüssel zum Erfolg und sollen es auch am Wochenende erneut sein.

Aktuelle Infos: Die Drachen können nach dem Verletzungspech im Grunddurchgang wieder aus den Vollen schöpfen. „Wir haben sicher den tieferen Kader. Auf zwei, drei Spieler kann man sich noch einstellen. Auf acht, neun unmöglich. Wir können während des Matches die nötigen Anpassungen im Kader vornehmen“, verspricht Knor.