Die Vögel flogen und die Felsen zitterten. Blackbirds waren souverän, Rocks kämpften BBC nieder.

Von Malcolm Zottl, Peter Wagentristl und David Marousek. Erstellt am 09. April 2021 (01:55)
Den Angriff der Drachen abgewehrt. Die Mattersburg Rocks rund um Florian Duck (l.) wurden von den Eisenstädter Drachen (r., Petar Cosic) im Viertelfinale ordentlich in Bedrängnis gebracht. Die Rocks entschieden die Energie Burgenland-Viertelfinal-Serie nach drei umkämpften Partien aber mit 2:1 für sich.
Malcolm Zottl

Die Blackbirds marschierten als Grunddurchgangssieger traumwandlerisch sicher in die nächste Runde, treffen nun auf „Angstgegner“ Tirol. Die Raiffeisen Mattersburg Rocks lieferten sich ein packendes Duell gegen den BBC Nord. Schlussendlich stehen Corey Hallett und Kollegen erneut im Halbfinale. Dort geht es gegen die Fürstenfeld Panthers.

Raiffeisen Mattersburg Rocks

Ein unsportliches Foul von Roman Skvasik brachte Freiwürfe für Eisenstadt, so wie eine Matchstrafe für den Slowaken im Rocks-Dress. Zuvor hatten die Rocks das entscheidende dritte Spiel der Viertelfinal-Serie im Griff. Nach dieser Szene spuckten die Drachen noch einmal Feuer, kamen auf Tuchfühlung heran. Und dann kam Florian Duck: Ein Wurf aus der Ecke saß. „Wir haben immer gewusst, was wir an Flo haben“, war der Treffer für den spielenden BKM-Obmann Corey Hallett der Knackpunkt der Partie. Das Momentum wechselt wieder nach Mattersburg. Die Rocks zogen mit einem 81:72-Erfolg ins Halbfinale ein, gehören damit wieder zu den besten vier Mannschaften der 2. Liga – zum elften Mal in Folge.

Gegen Fürstenfeld (erste Partie auswärts, Sonntag 17 Uhr) trauen den Rocks nur wenige den Finaleinzug zu. „Wir haben nach den Coronafällen zehn Tage nicht trainiert, hatten dann drei Spiele in sechs Tagen und gleich darauf die Play-offs, aber es wird von Spiel zu Spiel besser, das ist wichtig“, kommentiert Hallett, der weiß, dass Fürstenfeld den Rocks im Grunddurchgang zweimal unterlag: „Wir haben genug Qualität Fürstenfeld zu schlagen und die Leute haben auch schon gesagt, dass wir ohne Claudio (Vancura, Anm. – verletzt) gegen Eisenstadt keine Chance haben. Wir haben die Erfahrung. Das hat man daran gesehen, dass im letzten Viertel gegen Eisenstadt trotz der richtig dummen Fehler nie Panik in der Mannschaft war.“

Aktuelle Infos: Vancura saß gegen Eisenstadt in Zivil auf der Bank, feuerte seine Rocks an, half beim Abbau der Shot Clocks nach Spielenende. Eine Rückkehr im Halbfinale ist nicht gänzlich ausgeschlossen, aber eher unwahrscheinlich.

Güssing/Jennersdorf Blackbirds

Mit einem klaren 2:0 in der Best-of-Three-Serie setzten sich die Blackbirds gegen die Flames aus Wien durch. Nicht mit dabei beim 103:84-Auswärtsauftritt war Daniel Müllner. Beim Headcoach standen nämlich Nachwuchsfreuden an, deshalb übernahm Assistent Goran Patekar. „Es war ein schwieriges Spiel und die letzte Chance für die Flames. Im dritten Viertel sind wir in ein kleines Loch gefallen, aber stets ruhig geblieben“, fasste der Interims-„Chef“ die solide Vorstellung zusammen. Lob gab es für Sebastian Koch – nicht nur wegen seiner 30 Punkte: „Basti hat nicht nur gepunktet, sondern Ruhe bewahrt und Qualität in einer schwierigen Phase gezeigt. Er war ein richtiger Kapitän.“

Natürlich sind wir enttäuscht, dass die Saison vorbei ist. Aber wir haben hart gekämpft und Mattersburg ist ein würdiger Sieger.“
Dragonz-Coach Felix Jambor

Am Samstag gib es das Wiedersehen mit den Raiders aus Tirol. Hier haben die Blackbirds noch eine Rechnung offen. „Sie haben uns als einziges Team 2021 geschlagen. Es ist eine sehr routinierte Truppe mit guten Legionären“, erklärt Patekar. Auch Headcoach Daniel Müllner mahnt zur Konzentration: „Das Spiel wird sehr spannend. Innsbruck ist eine physisch extrem starke Mannschaft. Das wird eine Challenge für uns, leider wieder ohne Fans.“

Aktuelle Infos: Mit Thomas Knorr blieb ein Spieler fraglich für den Auftakt gegen die Tiroler. Er laboriert weiter an einer Verletzung am Daumen.

BBC Nord Dragonz

Für die Eisenstädter ist die Saison nach der 2:1-Niederlage im Best-of-Three-System gelaufen. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass sie vorbei ist. Aber wir haben hart gekämpft und Mattersburg ist ein würdiger Sieger.“ Man habe sich gut verkauft und den Rocks nichts geschenkt. Trotz des verfrühten Saisonendes fällt das Resümee von Trainer Felix Jambor nach seiner ersten Saison durchwegs positiv aus. Der Verein habe sich im letzten Jahr äußerst positiv entwickelt. „Nicht nur, aber auch in der Bundesliga. Wir haben den Kader effizient verstärkt und auch dem Eigenbau-Nachwuchs Möglichkeiten gegeben, Praxis zu sammeln und sich zu entwickeln“, so Jambor. Aktuell laufen die „Post-Season-Analysen“ und Evaluierungen, auch Einzel-Gespräche werden geführt — erst dann will man beim Verein Entscheidungen über mögliche Umgestaltungen im Kader treffen.

„Ich habe in meiner ersten Saison in Eisenstadt versucht meine Spielidee zu implementieren. Natürlich hat es am Anfang gedauert, bis ich alle Spieler, ihre Stärken und Schwächen, kennengelernt habe. Wir sind mittlerweile eine gute Einheit geworden“, fühlt sich der ehemalige Tirol-Coach im Burgenland wohl. Nun, da sein Team nicht mehr im Play-off vertreten ist, wagt Jambor einen Tipp: „Ich glaube Güssing-Jennersdorf wird das Rennen machen. Sie waren die ganze Saison über am konstantesten“, sieht er den Meistertitel heuer im Südburgenland.
Im Nachwuchsbereich läuft die Saison noch bis Mitte Mai. Einige Talente der U19 will Jambor nächste Saison in die Bundesliga-Truppe „hinaufziehen“. Auch im Nationalteam sind fünf Nachwuchs-Drachen und Coach Jambor noch aktiv.