BFV: Klarheit hängt in der Warteschleife. Der BFV hat den Fortsetzungsplan fixiert. Trotzdem schwingt das Pendel zwischen Zuversicht und Ungewissheit.

Von Philipp Frank und Bernhard Fenz. Erstellt am 12. Dezember 2020 (03:54)
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Zuversichtlich. BFV-Sportreferent Josef Bauer ist optimistisch, dass vier Wochen vor den ersten angepeilten Nachtragsterminen wieder trainiert werden darf.
Ivansich

Um in der aktuell unsicheren Covid-19-Lage eine konkrete Fortsetzungsvariante für die unterbrochene Meisterschaft zu liefern, veröffentlichte der Burgenländische Fußballverband (BFV) zuletzt einen Fahrplan, wie es im Fall der Fälle von der Burgenlandliga abwärts weitergehen kann – die BVZ berichtete.

Grob umrissen werden der 20. und 27. Februar als Nachtragstermine für all jene Partien genutzt, die bis zum Zeitpunkt der kompletten Unterbrechung ausgefallen sind. Ab dem Wochenende 5./6./7. März folgen alle kollektiv ausgefallenen Spieltage vom Herbst 2020. Erst dann wird das Frühjahr angehängt. Gespielt werden könnte dann vom neuen Rahmenterminplan her bis einschließlich 27. Juni. Spätestens danach müsste eine Wertung erfolgen.

Wie viele Spieltage sich tatsächlich bis Ende Juni ausgehen werden, oder ob die Saison unvollständig gewertet werden muss, ist aktuell reine Spekulation. Josef Bauer, BFV-Sportreferent und Vorsitzender des Spielausschusses, sagt: „Unser oberstes Ziel ist, eine Wertung zustandezubringen. Die erfolgt bekanntlich, wenn der komplette Herbstdurchgang absolviert ist. Was das betrifft, bin ich sehr optimistisch. Theoretisch wäre es mit diesem Plan, den wir erstellt haben, auch möglich, die komplette Meisterschaft durchzubringen.“

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Hinten nach. Simon Buliga (l.) und der ASV Siegendorf haben in der Burgenlandliga erst sechs Spiele absolviert – und brauchen mehr als zwei eigene Nachtragsrunden, um mit dem großen Rest auf gleich zu kommen.
Frank

Nachsatz: „Das ginge vor allem dann, wenn keine weiteren Spiele mehr abgesagt werden.“ Hier bewegt sich der Betrieb am organisatorischen Scheideweg. Sollte etwa höhere Gewalt wie schlechtes Wetter die eine oder andere geplante Runde zunichte machen, wird es freilich schwierig bis unmöglich, alles durchzubringen. Gerade dafür gibt es im Fall der Fälle aber Klarheit. Dann würde, falls in der jeweiligen Klasse oder Liga mehr als ein Drittel des Frühjahrs gespielt werden konnte, der Tabellenstand zum Zeitpunkt des Abbruchs gelten. Falls zwei oder mehr Teams zu diesem Zeitpunkt eine unterschiedliche Anzahl an Spielen aufweisen, wird der Quotient errechnet (Punkte dividiert durch Spiele) und die Tabelle nach dem besagten Quotienten final erstellt.

Bevor aber über das Ende der Saison spekuliert wird, ist einmal der Beginn dran. Nach wie vor ist Mannschaftssport laut Regierungsverordnung untersagt. Im neuen Jahr ist nach dem Heiligen-Drei-Könige-Feiertag (6. Jänner) eine neue Entscheidung zu erwarten. Das ist für den Amateurfußball insofern wesentlich, als der BFV eine Mindestvorbereitungszeit von vier Wochen auf das erste Match festgelegt hat. Bauer: „Ich gehe davon aus, dass der Plan halten kann. Wenn bis 20. Jänner wieder ein geordnetes Training erlaubt sein wird, wären die Nachtragstermine gesichert. Der Zeitpunkt erscheint uns durchaus realistisch.“

„Ich rate dazu, alles normal zu planen“

Trotzdem kann der BFV-Sportreferent nur vermuten, stellt im gleichen Atemzug klar: „Auch für uns ist es sehr schwer zu planen, weil die Ungewissheit bleibt.“ Die Zuversicht lässt sich Bauer allerdings nicht nehmen, wenn er sagt: „Anzunehmen ist, dass nach dem 7. Jänner noch einmal Massentests anstehen werden. Verlaufen die gut, werden wir wohl auch bald wieder auf die Sportplätze zurückkehren können. Ich rate deshalb dazu, alles normal zu planen, was Testspiele und dergleichen betrifft.“

Meist starte die Vorbereitung je nach Spielklasse ab der zweiten Jänner-Woche. Der Testspiel-terminlich wackelige Zeitraum könnte laut Bauer also sehr überschaubar sein. „Mein Bauchgefühl ist positiv, dass wir das hinbekommen.“ Vor allem auch, da abgesehen von der Corona-Thematik die Wetterprognose im Burgenland im Winter vergleichsweise freundlich ist. „Regen und Schnee können hier immer ein Spielverderber sein. Trotzdem sind wir von den Voraussetzungen her wesentlich besser dran als Länder wie die Steiermark, Kärnten, Salzburg oder Tirol. Ich sehe es daher einerseits als realistisch an, dass wir bis spätestens 20. Jänner mit dem Training beginnen können und dann eben auch ab 20. Februar mit den Nachtragsspielen starten.

Virtuelle Meetings in jeder Liga und Klasse

Die genauen adaptierten Termine werden allerdings vorerst nicht auf der Homepage und den dort einsehbaren Spielplänen aktualisiert. Erst wenn mehr Sicherheiten seitens der Bundesregierung folgen, soll das dann schrittweise passieren – auch um keine öffentliche Verwirrung zu stiften und dann gegebenenfalls vielleicht weitere Änderungen quasi coram publico durchführen zu müssen. Die Klubs sind jedenfalls informiert – und können sich dann bei nächster Gelegenheit virtuell äußern. Sobald nämlich klar ist, wann wieder gestartet werden kann, sollen Videokonferenzen in jeder Liga und Klasse abgehalten werden. „Hier kann man sich dann genau für die jeweiligen Bedürfnisse gemeinsam austauschen. Wir wollen hier aktiv auf die Vereine zugehen. Sie können Fragen stellen und es wird ein entsprechendes Bild entstehen,“ sagt Bauer.

Schließlich werden Fragen offen bleiben. Etwa jene, wie es um Teams bestellt ist, die mehr als nur zwei außertourliche Nachtragsspiele aus dem Herbst noch schultern müssen. Beispiel Siegendorf, Burgenlandliga-Titelfavorit, aber mit sechs Partien eben noch weiter hinten als der große Rest. Harald Mayer, Sportlicher Leiter des ASVf: „Ich hoffe, natürlich, dass wir die komplette Saison absolvieren können, wir wollen auch spielen. Ehrlicherweise rechne ich aber nicht damit. Die Termine sind knapp kalkuliert vom BFV, wenn sich da nur etwas verzögert, verschiebt sich gleich alles um drei, vier Wochen. Jede zweite Woche dann Doppelrunden zu spielen, ist unmöglich – unsere Kicker sind alle berufstätig.“