Rechnitz-Coach: „Ohne Solidarität wird es nicht gehen“. Wegen eines Corona-Verdachtsfalles kam es zu einer Liga-Absage. Verständnis zeigte Rene Varga, regte aber auch an.

Von Patrick Bauer. Erstellt am 19. September 2020 (01:57)
Appell an die Vernunft. Rechnitz-Trainer Rene Varga hofft in den kommenden Wochen auf solidarisches Verhalten von uns allen.
BVZ

Am Samstag wurde in Rechnitz trainiert. Eigentlich hätte der Traditionsverein um 18 Uhr gegen den SC Grafenschachen um Punkte gekämpft, aber weil es im Lager des Pinkafelder Kooperationspartners einen Corona-Verdachtsfall gab, setzte man sich mit dem Amtsarzt in Verbindung und dieser riet dem SCG ab, zum Spiel zu reisen. Dabei passierte das auch, weil SCG-Offensivmann Jura Stimac noch am vergangenen Dienstag mit Pinkafeld in Kohfidisch um Punkte kämpfte, die restliche Zeit aber in Grafenschachen trainierte. „Wir überlegten, was wir tun sollen und setzten uns mit dem Arzt in Verbindung. Seine Sicht war dann, dass es nicht vernünftig wäre, zu spielen. Wir haben dann als Vorsichtsmaßnahme abgesagt“, erklärte Sektionsleiter Gerald Ringhofer.

Wann die Begegnung nachgespielt wird, blieb zu Redaktionsschluss offen. Ringhofer: „Wir wollen es so schnell wie möglich nachspielen, auch unter der Woche, nur müssen wir schauen, wie wir die Leute zusammenbekommen.“

Rene Varga, Cheftrainer des SV Rechnitz, zeigte für die prinzipielle Vorgehensweise Verständnis, aber: „Ich verstehe, dass man es absagt. Dennoch muss die Frage erlaubt sein, wie solidarisch wir in weiterer Folge damit umgehen? Wir werden die Saison nicht wirklich zu Ende bringen können und uns droht ein Terminchaos. Dass ein Spiel auf Verdacht abgesagt wird, ist für mich unerklärlich, denn man hätte auch bis Sonntag zuwarten können. Da lag das Ergebnis schon vor.“

Dabei sind dem Fachmann auch die Testungen ein Dorn im Auge. „Da muss sich der BFV oder auch der ÖFB schon fragen, warum das alles nicht etwas schneller geht. Sie müssen den Spielbetrieb sichern.“ Auch an die Zuseher appellierte der ehemalige Rechnitz-Kapitän. Vernunft muss dieser Tage siegen, sonst wird die Saison nicht mehr allzu lange gehen. Varga: „Wir müssen uns alle miteinander solidarisch zeigen. So wie zuletzt werden wir uns das Ganze von selbst wieder abdrehen. Alle sind derzeit supernervös. Egal ob das in Rechnitz oder sonst wo ist, wenn ein ‚Superspreader‘ auftaucht, wird das richtig schlimm. Gut möglich, dass die Politik dann sagt, dass wir gerne ohne Zuseher spielen können. Viel Sinn hätte das dann aber nicht.“