Sport-Startschuss für die Jugend, aber mit Abstand. Nach über vier Monaten absoluter Sperre durften am Montag alle Nachwuchskicker auf die Sportplätze zurückkehren – aber mit strengen Auflagen.

Von Dietmar Heger. Erstellt am 19. März 2021 (02:12)
Trainingsstart. Seit Montag darf wieder trainiert werden. Der Mindestabstand von zwei Metern muss aber eingehalten werden.
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Die (über)lange Zeit des Wartens hatte am vergangenen Montag ein Ende. Erstmals seit 3. November 2020 durften die Sportstätten für organisierte Gruppentrainings wieder öffnen. Zuvor waren nur Individualtrainings erlaubt, also ein Trainer und ein Spieler – außer mehrere Personen leben in einem Haushalt.

Ganz ist man allerdings noch nicht im „normalen Fußballerleben“ angekommen, denn das lassen die Auflagen, die für ein Training aktuell vorgeschrieben sind, nicht zu. Die Gruppengröße von maximal zehn Kindern oder Jugendlichen machen da weniger zu schaffen als der verpflichtend einzuhaltende Mindestabstand von zwei Metern. Immerhin wurden die Trainer mit dem Zusatz „dieser darf kurzfristig unterschritten werden“ abgesichert. Denn vor allem bei den Kleineren wird sich ein Zusammenlaufen nicht gänzlich vermeiden lassen. Die Coaches selbst müssen sich übrigens anders als die Kinder einem Covid-Test pro Woche unterziehen. Ein Gesundheitstagebuch muss von allen Teilnehmer geführen werden. Dieses muss nur an den Trainingstagen ausgefüllt werden und sollte dem Verein einmal pro Woche übermittelt werden. Dieser muss es wiederum 28 Tage lang aufbewahren.

„Die Öffnung unter Auflagen ist ein erster Schritt. Natürlich wäre es am besten, wenn alle Fußballer wieder auf die Plätze dürften und ganz normal trainieren und spielen könnten. Aufgrund der aktuellen Infiziertenzahlen ist es aber schwierig, die richtige Mischung zu finden.“

Hans Füzi,

Sportlicher Leiter BFV

„In erster Linie sind wir froh, den Kindern überhaupt ein Training anbieten zu können. Dennoch ist es nicht ganz nachvollziehbar, warum man in der jeweiligen Altersgruppe nicht mit Körperkontakt trainieren darf. Die Kinder werden in den Schulen regelmäßig getestet.“

Martin Hofer,

Nachwuchsleiter SCO Juniors

„Seit diesem Montag sind alle Mannschaften wieder im Einsatz. U16, U14 und U12 trainieren „unten“ im Georgi-Stadion, die anderen „oben“ am Alten Sportplatz. Alle Trainer lassen sich regelmäßig testen, das war überhaupt keine Frage. Zudem hat jeder Coach eine Mappe, wo exakt aufgezeichnet wird, welches Kind wann, in welcher Gruppe war. Die Eltern führen ein Gesundheitstagebuch, Kabinen und Kantine sind gesperrt. Ich befürchte, dass wir nicht lange trainieren dürfen, die Infektionszahlen verheißen nichts Gutes.“

Stefan Gräf, Jugendleiter

des UFC St. Georgen

„Seit Mittwoch sind alle unsere Mannschaften wieder im Einsatz, auch die Mädchen. Bei den Trainern gab’s keine Debatte. Wer nicht testen geht, trägt eben die Maske. Ich rechne damit, dass wir noch längere Zeit mit Abstand trainieren werden.“

Hannes Reisner,

Jugendleiter MSV 2020

„Wir haben alle Formalitäten und organisatorischen Aufgaben erledigt und starten heute, Donnerstag, mit den ersten Einheiten auf dem Platz. Die Verordnung gilt jetzt einmal zwei Wochen, dann müssen wir weiterschauen, was kommt. Ich hoffe, dass sich der ganze Aufwand ausgezahlt hat und wir auch danach weitertrainieren dürfen.“

Joel Putz,

Nachwuchsleiter SpG 2000

„Es ist natürlich nicht unsere Idealvorstellung von einem Fußballtraining, aber aktuell steht eher im Vordergrund, dass sich die Kinder wieder bewegen dürfen. Wir starten zuerst mit den älteren Jahrgängen und dann Ende März mit den jüngeren.“

Konrad Gradwohl,

Obmann FFZ Waldquelle Juniors

„Ich treffe mich noch mit unserem Obmann, um alles exakt zu besprechen. Wir wollen unbedingt auf Nummer Sicher gehen und müssen nicht die Ersten sein, die jetzt starten. Am Freitag oder spätestens nächster Woche geht es bei uns dann los. Meiner Ansicht nach sollten bis zur U12 alle Kinder bereits Kontakttraining haben dürfen, die Älteren müssten stets getestet werden.“

Karl Schandl,

Nachwuchsleiter ZSP

„Die Trainer und Eltern wurden informiert, wie alles jetzt abläuft. Wer sein Kind in der Schule nicht testen lässt, darf auch nicht zum Training. Ich hoffe, dass der Kinderfußball nicht mehr abgedreht wird. In der Volksschule sitzen 23 Kinder zusammen. Wir haben schon überlegt, Test-Kits für den Verein zu kaufen, dann müssten die Mädels und Jungs ja richtig trainieren dürfen.“

Rainer Lang,

Nachwuchsleiter SpG Juniors