Die Corona-Zwangspause als Sanierungs-Chance. Der Blick muss auch in Zeiten der Pandemie nach vorne gerichtet sein. Einige Vereine nutzen die Zwangspause für ihre Plätze oder die Infrastruktur. Die BVZ hörte sich um.

Deutschkreutz. Beim Tabellenführer der Burgenlandliga konnte aufgrund der Zwangspause das Projekt Fitnessraum früher als geplant vollendet werden.
FCD

Corona-Zwangspause = Stillstand am Sportplatz?  Nicht ganz. Der eine oder andere Verein nutzte in der sportlich frustrierenden Zeit den Fußball-Stopp, um Neuerungen, Adaptierungen oder sonstige Arbeiten am Sportplatz und/oder der Infrastruktur zu erledigen. Das sind wenigstens Kleinigkeiten, die man in die Kategorie „erfreulich“ einordnen kann.

Antau. Beim Tabellenführer der 2. Klasse Mitte ist man mittendrin, die Kabinen zu erneuern. Seit Wochen wird fleißig daran gearbeitet.  
zVg

Beim Tabellenführer der 2. Klasse Mitte, dem SV Antau, wurden etwa Kabinenarbeiten erledigt, außerdem konnten sich angeschlagene Spieler erholen: „Dass verletzte oder angeschlagene Kicker, wie zum Beispiel Andi Pichler nach seiner Knieverletzung, jetzt Zeit haben, sich vollends auszukurieren, ist sicher genauso ein positiver Nebeneffekt dieser Zwangspause wie die Zeit, die jetzt vorhanden ist, um das Kabinengebäude zu sanieren. Aber natürlich wäre es uns deutlich lieber, wenn wir im normalen Betrieb sein dürften“, berichtet Antaus Sportlicher Leiter Mark Hergovits. Dörfls Christian Putz: „Viel Positives kann man der langen und unerwünschten Pause nicht abgewinnen. Unsere Sportanlage war auch davor schon in einem Top-Zustand. Der Rasen hat natürlich jetzt Zeit, sich vollends zu erholen, der wird vermutlich Wembley-Charakter haben, wenn wir wieder trainieren und spielen dürfen.“

Da man bereits während der spielfreien Zeit im vergangenen Jahr einiges sanieren konnte, wurde 2021 am Sportplatz in Frankenau nichts verändert. „Während der Corona-Pause im vergangenen Frühjahr haben wir unsere Kabinen saniert und einen Pfeiler für das Ballfangnetz ersetzt“, berichtet Obmann Helmut Hedl. „Die Zuschauerbänke haben wir damals auch neu gestrichen“, ergänzt er mit einem Lächeln. Ansonsten herrscht Stille in Frankenau. „Trostlos“, beschreibt Hedl die momentane Situation. Er selbst befürchtet, dass es auch im April keinen Trainingsstart geben könnte. „Manche fantasieren über eine ganzjährige Meisterschaft im Jahr 2022. Das wäre möglicherweise ein Anlass, die restlichen Partien im Laufe des Jahres fertigzuspielen“, meint der Frankenauer Obmann.

Beim ASK Stoob verzichtete man auf Sanierungsprojekte, da die letzten Renovierungen auf der Anlage – Stichwort Vergrößerung der Kantine – noch nicht allzulange her sind. „Wir haben nichts verändert, bei uns ist alles beim Alten“, erklärt Stoobs Obmann Armin Wohlmuth, der ebenfalls daran zweifelt, dass in diesem Frühjahr noch Fußball gespielt werden darf. Allerdings bevorzugt er dieses Szenario gegenüber einer Variante ohne Zuschauer.

Neutaler erneuern ihre Anlage komplett

In der 2. Liga Mitte tat und tut sich am meisten. Das größte Projekt nimmt der ASK Neutal in Angriff. Anfang März startete der Bau der neuen Sportanlage (die BVZ berichtete). Neben Kabine und Kantine wird auch die Tribüne grundverändert. 900.000 Euro werden investiert. Die Fertigstellung ist für Mitte August geplant.

Ebenfalls voll im Umbau-Modus ist der SV Oberloisdorf, wenn auch (viel) kleiner. „Die Kantine wird per Durchbruch zur alten Gästekabine, die bisher als Stauraum fungierte, vergrößert“, erklärt Obmann Manuel Pratscher. „Die Wand fiel bereits, jetzt geht’s an die Feinarbeit. Sonst ist nichts geplant“, berichtet Pratscher, der auch ein kräftiges „Danke“ an die Helfer ausspricht.

Schattendorf . Der SVS (im Bild Robert Lomosits) sanierte den Trainingsplatz, adaptierte außerdem das Flutlicht und gestaltete die Kantine neu.
zVg/SVS

Seine Arbeiten bereits abgeschlossen hat der Tabellenzweite aus Schattendorf. Dort wurde das Flutlicht, das im Herbst neu kam, von EDV-Guru Daniel Lomosits und seinem Team adaptiert. „Wir können die Lichter jetzt einzeln schalten“, freut sich Obmann Alexander Bernhardt. Parallel dazu wurde der Clubraum neu gestaltet – „mit großen Wallpapern von Spielern und Stadion“ – und die beiden Trainingsplätze, vor allem jener Richtung Bad, auf Vordermann gebracht.

Noch nicht so weit ist der SC Oberpullendorf. Dort soll in den kommenden Wochen fleißig saniert werden. Was genau? „Untergeschoss-Kabinentrakt, Eingangsbereich, Fassade, Außenanlage, et cetera“, so Obmann Daniel Art. „Wir durchleuchten gerade, was wie umsetzbar ist.“ Weiteres Projekt: „Mir ist es ein Anliegen, dass wir unseren Trainingsplatz ordentlich herrichten, speziell für die Juniors.“

Viel vor hat auch der ASK Marz. Kabinenneubau heißt das Projekt. Vier Kabinen plus eine zusätzliche Nachwuchskabine sollen im Frühjahr im Anschluss an die Haupttribüne errichtet werden, teilte Obmann Jürgen Haiden mit. Sollte Training und Spiel in dieser Zeit möglich sein, stellt das kein Problem dar. Haiden: „Die alten Kabinen bleiben so lange benutzbar, bis die neuen fertig sind.“ Ebenfalls dran an den Kabinen ist der SC Neudörfl. „Wir sanieren“, verlautbarte Trainer Thomas Wallner.

Zahlreiche Kleinigkeiten stehen auf den Plänen

Sonst: Tabellenführer Steinberg möchte bis Mai seine Sitzbänke herrichten. Obmann Manfred Schmidt: „Die Holzbretter werden durch Kunststoff ersetzt.“ Einer der ersten Verfolger, der SV Rohrbach, legt seinen Fokus aufs Spielfeld, das wird derzeit saniert. Am Rest wird nicht gerüttelt. „Unsere Anlage ist top“, so Trainer Karl Rupprecht. Der USC Pilgersdorf hat infrastrukturmäßig nichts gemacht. Und auch nichts vor. „Außer“, so Obmann Markus Artner, „vielleicht adaptieren wir irgendwann unsere Ersatzbänke.“ Keine Rede von Investitionen ist in Kaisersdorf. Obmann Erwin Pogats: „Ich habe das Geld dafür nicht. Wieso soll ich investieren, wenn ich nicht weiß, wie es mit dem Fußball weitergeht? Es ist schwierig.“

Bei den Burgenlandligisten der Gruppe Mitte wurde die Corona-Pause zwar teilweise genutzt, Positives war jedoch nicht abzugewinnen. Am aktivsten war der FC Deutschkreutz. „Wir konnten aufgrund der Pause die Fertigstellung unseres Mehrzweck-Raumes schneller als geplant realisieren, geplant war dieses Projekt jedoch schon länger“, erklärt FCD-Obmann Manfred Scherz. In Ritzing, Horitschon und Oberpetersdorf/ Schwarzenbach nutzte man die Zeit, um die Anlagen in Schuss zu halten, größere Änderungen oder Erneuerungen wurden nicht durchgeführt beziehungsweise waren nicht möglich. Beim SC Bad Sauerbrunn tat sich infrastrukturell doch etwas: „Wir haben zwar die Duschen saniert, aber das hätten wir auch ohne Corona geschafft – sehr gerne sogar. Ich kann dieser Zwangspause beim besten Willen nichts Positives abgewinnen“, sagt der Sportliche Leiter Richard Kern.