FC Mönchhof: Seiner Zeit weit voraus. Austria-Trainer Manfred Schmid wollte 2003 in Mönchhof die Vierer-Kette einführen. Das Projekt ging damals in die Hose, Alois Michlits schaffte den Klassenerhalt.

Von Martin Plattensteiner. Erstellt am 12. Juni 2021 (02:53)
Alte Spieler des FC Mönchhof
Lange her. Im Sommer 2003 präsentierte der FC Mönchhof seine Neuen: Spielertrainer Manfred Schmid (2.v.l.) mit Roland Wurm, Martin Reich und Radoslav Baran (v.l.).   Foto: zVg/FC Mönchhof
zVg/FC Mönchhof

Im Sommer 2003 verkündete Mönchhof eine prominente Trainer-Verpflichtung. Profi Manfred Schmid, der schon mit einem Karriereende spekuliert hatte, reagierte auf die Kontaktaufnahme seitens Paul Hafners, der damals bei den „Minihofern“ als Sportlicher Leiter engagiert war. Beide kannten sich aus gemeinsamen Zeiten in der damaligen RedZac-Liga (heute 2. Bundesliga) beim SC Untersiebenbrunn, eine Kicker-Dependance von Austria Wien. Schmid musste sich entscheiden – entweder professionell als Kicker weitermachen oder die Trainerlaufbahn einschlagen.

Nützlich und praktisch

Er verband das Nützliche mit dem Praktischen und heuerte bei den Mönchhofern als Spielertrainer an. Sein Hauptjob als Coach war jedoch nicht im Burgenland, sondern in der FSA (Frank Stronach Akademie) in Hollabrunn, wo er die größten violetten Talente betreute. Schmid war seiner Zeit anscheinend voraus.

Er wollte die Vierer-Abwehrkette einführen, damals ein gewagtes Projekt im Amateurfußball. Schon das erste Saisonspiel ging ordentlich in die Binsen. Rascher Rückstand durch ein Eigentor, der Spielertrainer verletzt raus – das ergab in Summe eine 1:6-Pleite in Purbach. Im Winter kam beim damals abgeschlagenen Tabellenletzten die Trennung. Nachfolger Alois „Luis“ Michlits (zuletzt in Illmitz) durfte „einkaufen“ und führte den Libero wieder ein. Als drittbestes Team des Frühjahres schaffte man den Klassenerhalt.

Bitter: Torjäger Sojka verlässt den Klub

Walter Karner, heute Trainer des Vereins, hatte damals gerade seine Packler an den Nagel gehängt und wurde zum Kassier gewählt. „Eine Saison mit zwei Gesichtern“, erinnert er sich. Doch wie sieht es in der kommenden Meisterschaft aus? Denn eines ist leider fix: Michal „Mischa“ Sojka verlässt nach sieben Jahren den FC Mönchhof. „Das hat private Gründe“, erläutert Karner.

„Er hat zwei kleine Kinder, in der Familie gab es einen unerwarteten Todesfall. Kurzum: Er will leiser treten.“ Auf einen Handel „ein oder kein Training“ ließen sich die Funktionäre nicht ein. Der Legionärsplatz wurde indessen schon nachbesetzt. Tomas Szölles übersiedelt von Neudorf zur Karner-Truppe.

Fort ist auch Julian Gollowitzer, er wechselt zu Parndorf. „Das finde ich schade“, so der Coach weiter. „Er ist ein ehrgeiziger Spieler, zudem jung und aus der Ortschaft.“