Bezirk Oberpullendorf: Vier Mal mehr Flüchtlinge. 2020 wurden mehr als vier Mal so viele Flüchtlinge als 2019 aufgegriffen. Laut Polizei hat sich Bezirk zu Hotspot entwickelt.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. Januar 2021 (04:34)
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In der vorigen Woche wurden im Bezirk 49 Flüchtlinge aufgegriffen. Insgesamt sechs Aufgriffe führten das Bundesheer und die Polizei durch. Die meisten Geflüchteten – 25 Personen – wurden am Dienstag vorige Woche im Raum Kroatische Geresdorf Richtung Lutzmannsburg aufgegriffen. Darüber hinaus fanden Aufgriffe in Kroatisch Minihof, Mannersdorf, Neckenmarkt, Rattersdorf und Deutschkreutz statt. Bei den Geflüchteten handelte es sich um junge Männer, vorwiegend syrischer Nationalität. Auch zwei Iraker und eine Person aus Kuwait befanden sich darunter. Die Flüchtlinge stellten jeder einen Asylantrag und wurden nach Eisenstadt ins Competence Center gebracht. 25 Geflüchtete wurden nach Heiligenkreuz gebracht, um das Center zu entlasten.

Im Jahr 2020 wurde im Vergleich zu 2019 ein deutlicher Anstieg der Aufgriffe von Schleppern und Geschleppten festgestellt. So wurden im Jahr 2019 85 Aufgriffe und 3 Festnahmen von Schleppern vermerkt. Im Jahr 2020 waren es im Bezirk 457 Aufgriffe und 26 Schlepper, die verhaftet wurden. „Der Anstieg der Geschleppten oder illegal Aufhältigen gegenüber dem Vorjahr ist auf die politische Lage in den Balkanstaaten und im Nahen Osten zurückzuführen“, führt Bezirkspolizeikommandant Emmerich Schedl aus.

Im Unterschied zu den Vorjahren seien die Migrationsbewegungen mit Wintereinbruch nicht zurückgegangen. Es müsse damit gerechnet werden, dass der Migrationsdruck weiter hoch bleibt. Auch Großschleppungen mit mehr als zehn Personen haben zugenommen. Darüber hinaus sei eine veränderte Entwicklung bemerkbar: „Bis vor wenigen Monaten ließen sich die Fremden im Burgenland unmittelbar nach dem Grenzübertritt aufgreifen. Nun flüchten die Fremden immer öfter vor der Polizei und dem Bundesheer“, so Schedl. Grund dafür sei, dass die Aufgegriffenen sofort einen Asylantrag in Österreich stellen müssten und ihnen damit die Weiterreise – Zielland Nummer eins der meisten Flüchtlinge ist Deutschland – verwehrt bliebe. Der Bezirk Oberpullendorf habe sich neben dem Bezirk Neusiedl zu einem Hotspot entwickelt, so Schedl.