Rudolf Geißler: „Würde gerne noch alles umsetzen“. Bürgermeister Geißler wird vermutlich um den Jahreswechsel sein Amt übergeben. Bis dahin hätte er noch einiges vor.

Von Michaela Grabner. Erstellt am 28. Februar 2021 (03:23)
Wird rund um den Jahreswechsel sein Büro im Rathaus räumen. „Ich habe schon nach der Wahl 2017 gesagt, dass dies meine letzte Periode sein wird“, erklärt Bürgermeister Rudolf Geißler.
Grabner

Dass Bürgermeister Rudolf Geißler bei der Gemeinderatswahl 2022 nicht mehr kandidieren wird, ist in Oberpullendorf schon lange ein „offenes Geheimnis“. „Die Entscheidung ist nicht neu. Ich habe schon nach der Wahl 2017 gesagt, dass dies meine letzte Periode sein wird“, erklärt Geißler selbst. „Ich denke drei Perioden in führender Position sind genug und es Zeit ist, dass einerseits andere Personen die Führungsaufgabe übernehmen und andererseits, um so vielleicht wieder einen anderen Blick auf die Gemeindegeschäfte zu kriegen.“

Geißler ist seit 1997 im Gemeinderat. Fünf Jahre davon war er als Stadtrat tätig, fünf als zweiter Vizebürgermeister und nunmehr ist er das fünfzehnte Jahr Bürgermeister. Es war 1978, als der gebürtige Tschurndorfer in Oberpullendorf gelandet ist. „Irgendwann hat mich Paul Kiss bei einer Tagung der Landesregierung zu sozialen Themen angesprochen, die ich als Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft besucht habe und hat mich in die Fraktion eingeladen. Das war der erste Schritt in die Politik“, erinnert sich Geißler.

„Vor Ostern soll in einer Fraktionssitzung über die zukünftige Besetzung gesprochen werden.“ Bürgermeister Rudolf Geißler

Als er 1990 die Hauptverantwortung für die Stadtzeitung übernommen hat, ist er aus der Fraktion ausgeschieden, um Objektivität zu dokumentieren. Dies hat er bis 1997 gemacht. „Bürgermeister Ernst Kulman wollte mich dann als Stadtparteiobmann und damit verbunden war eine Position im Gemeinderat“, erinnert sich Geißler an seine Anfänge in der Kommunalpolitik. Von Juni 2010 bis 2015 war Geißler parallel dazu auch Landtagsabgeordneter. Das Bürgermeisteramt wird er irgendwann um den Jahreswechsel übergeben, um seinem Nachfolger oder seiner Nachfolgerin den Weg zu ebnen. „Wann die tatsächliche Ablöse sein wird, steht noch nicht fest. Wir haben uns einen groben Fahrplan für die Übergabe zurechtgelegt. Vor Ostern soll in einer Fraktionssitzung über die zukünftige Besetzung gesprochen werden und dann nach dem Sommer ein Stadtparteitag stattfinden“, so Geißler, der auch das Amt des Stadtparteiobmannes ausübt.

Bis zur Übergabe des Bürgermeisteramts hat er noch einiges vor. „Wir haben in Zusammenarbeit der beiden Großparteien eine Projektliste erstellt, die sehr umfangreich ist. Ich würde im Grunde gerne alles noch umsetzen, aber ohne Geld ka Musi“, so Geißler. Ein Punkt, der bereits fix ist, ist im Bereich Raumplanung die Neuerarbeitung der Teilbebauungspläne für den Bereich Bergäcker und eine Flächenwidmungsplanänderung mit 13 Punkten, wo es unter anderem um das Thema Photovoltaik auf Freiflächen, den Hochzeitspavillon bei der Weinbergkapelle oder auch ein Projekt des Krankenhauses im Bereich des Mitarbeiterparkplatzes gehen soll. „Das sind keine spektakulären Dinge, aber wichtig für die zukünftige Gestaltung“, so Geißler.

Betreffend Sanierung der Mittelschule laufen Gespräche unter anderem mit der Projektentwicklung Burgenland. „Bis März müssen wir klare Aussagen vorliegen haben, weil sonst kommen wir terminlich nicht mehr zusammen“, so Geißler. Bereits fertiggestellt ist die LED-Straßenbeleuchtung im ausgeschriebenen Umfang – und das günstiger als geschätzt. „Dies erlaubt es, in einigen Bereichen zusätzliche Maßnahmen zu setzen – in der Riedgasse, wo es derzeit noch keine durchgehende Beleuchtung gibt, beim Mitterpullendorfer Friedhof und im Baugebiet am Gaberling“, so Geißler. „Vieles wird heuer Vorbereitung für die nächsten Jahre sein – ob es um die Planung der Urnengräber geht oder das Fitnessparcours-Projekt.“