Luft atmen aus dem Bienenstock. Im Bienenfass des Biohofs Katona in Lockenhaus kann man Bienenluft mit wertvollen Substanzen wie Propolis, Honig und Wachs inhalieren.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 22. Mai 2021 (03:42)
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Gesundes aus dem Bienenstock. Im Bienenfass am Biohof von Christine und Bernd Katona kann man Stockluft atmen wie hier Thomas Biller (Foto unten)
 
Martina Siebenhandel/Michaela Grabner

Neben drei Bienenstöcken im Garten des Biohofs Katona steht ein großes Fass, in dem eine Holzbank zum Sitzen einlädt. Durch ein Loch in der Wand des Fasses führt ein Schlauch, der im Innenbereich mit einer speziellen Atemmaske ausgestattet ist. Im Außenbereich wird dieser in einen Bienenstock eingebracht. Der Biohof Katona ist eine von ganz wenigen Imkereien in Österreich, die Stockluft atmen anbieten.

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Martina Siebenhandel/Michaela Grabner

„Voraussetzung dafür ist, dass man Mitglied der Österreichischen Gesellschaft für Apitherapie (ÖGA) und ein biozertifizierter Betrieb ist. Die ÖGA ist Mitglied im Dachverband für ärztliche Ganzheitsmedizin und über die ÖGA unterliegen wir höchsten Qualitätsstandards“, erklärt Christine Katona. Als sie selbst lungenkrank wurde, haben sie und ihr Mann mit dem Imkern begonnen. „Ich habe gemerkt, dass es mir gut tut und es sollen auch andere etwas davon haben. Deshalb biete ich es an“, erklärt Christine Katona.

Am Biohof Katona kommt zum Stockluftatmen das Api Air-Gerät nach Hans Musch zum Einsatz. Jeder Gast erhält seine eigene Atemmaske und hat das Bienenfass für sich allein. Nach jeder Sitzung wird gelüftet und desinfiziert. Beim Stockluft Atmen werden die hohe Luftfeuchtigkeit des Bienenstocks von 70 bis 75 Prozent, das besondere Mikroklima der Bienen von rund 36 Grad Celsius sowie die Luft mit ihren wertvollen Substanzen von Honig, Wachs, Gelee Royal, Propolis, Pollen und Nektar direkt aus dem Bienenstock inhaliert. Bei der Inhalation mit dem Propolisvernebler wird eine Propolislösung eingeatmet. Dabei befeuchten feinste Tröpfchen die Atemwege und unterstützen diese positiv. Möglich ist die Bienenluftinhalation von Mai bis Oktober. „Es ist wichtig, dass es über 18 Grad hat und die Bienen ausfliegen bzw. im Stock die Luft mit ihren Flügeln aufwirbeln“, so Katona.

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Grundsätzlich eignet sich die Inhalation der Bienenluft für alle Altersgruppen. Eine Sitzung dauert maximal dreißig Minuten, wobei mit fünf Minuten begonnen und die Dauer langsam gesteigert wird. Für eine Kurbehandlung eignen sich fünf bis acht Anwendungen über fünf bis zehn Wochen. Es besteht kein direkter Kontakt zu den Bienen, dennoch sollte laut Katona eine eventuell bestehende Allergie auf Bienen und Bienenprodukte vorab geklärt werden.

„Die Bienenluftinhalation ist wohltuend bei Lungen- Bronchialleiden, Infektanfälligkeit, Asthma, Nebenhöhlenentzündung, Depression, Schlafstörungen sowie zur Regeneration und Entspannung“, erklärt Katona. Zu ihren regelmäßigen Gästen, die aus dem ganzen Burgenland, aber etwa auch aus Wien und der Steiermark kommen, zählt etwa eine Sängerin, die immer dann kommt, wenn sie Stimmprobleme hat oder ein Mann, der an Schlafstörungen leidet.

Bäuerlicher Betrieb in sechster Generation

Der Biohof Katona ist ein bäuerlicher Betrieb in sechster Generation, der 2013 von Bernd Katona, dessen beruflicher Werdegang als Maurer und Polier begann, übernommen wurde und heute samt eigenem Bienenhof, Schneckenzucht und Waldwirtschaft geführt wird. Im Hofladen findet man ein Sortiment, das von Honig und Wipfelsirup über Lippenbalsam, und Blütenpollensalz bis zu Bienenwachstüchern reicht.