68-Jähriger erntete 1,4 Kilo Cannabis. 68-jähriger Pensionist baute in sechs Durchgängen jeweils 16 Cannabispflanzen an. Halbe Ernte weiterverkauft. Zehn Monate Haft auf Bewährung.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 07. Mai 2021 (03:23)
Fünfmal produzierte der Pensionist Cannabis. Die Hälfte der Ernte gab er an einen Abnehmer weiter, der die Drogen an andere Personen weiterverkaufte - darunter auch junge Leute.
Symbolbild: content_creator, shutterstock.com, Symbolbild: content_creator, shutterstock.com

In seinem Leben hat der 68-jährige Angeklagte mehrfach Schiffbruch erlitten. Einst in der Baubranche erfolgreich, sitzt er heute auf 400.000 Euro Kreditschulden. Er hat drei Scheidungen und ein Burnout hinter sich und lebt mit einer schwer krebskranken Frau zusammen.

Seit der „Hippiezeit“ an Drogenkonsum gewöhnt

„Zuletzt schluckte ich acht Schlaftabletten, damit ich überhaupt einschlafen kann“, berichtete der Angeklagte vor Gericht. „Das war, weil ich alles verloren habe. Das habe ich einfach nicht mehr gepackt.“

Selbst seit dem Teenager-Alter an den täglichen Genuss von Cannabis gewöhnt („Das war in der Hippiezeit“, so der Angeklagte), verlegte er sich 2018 auf die Indoor-Zucht von Marihuana.

Der erste Anbauversuch scheiterte, danach zog der Mann in fünf Durchgängen jeweils 16 Hanfpflanzen erfolgreich hoch und erntete insgesamt 1.450 Gramm Cannabis ab.

735 Gramm verkaufte er in drei Teilmengen an einen Abnehmer weiter. Zweimal sei ihm dafür der Kaufpreis übergeben worden, insgesamt 2.900 Euro. Bei der letzten Übergabe sei ihm der Abnehmer den Kaufpreis schuldig geblieben. Im Jänner 2021 flog die Indoor-Plantage auf und der Pensionist legte bei der Polizei ein Geständnis ab.

„Sie fackelten nicht lange herum“, lobte Richterin Daniela Berger den Beitrag des Angeklagten zur Wahrheitsfindung.

Problematisch sei, dass der Abnehmer das vom Angeklagten erworbene Cannabis weiterverkaufte, und zwar großteils an junge Leute.

Der Pensionist, dessen sechs Vorstrafen bereits fast 20 Jahre zurückliegen, wurde wie ein Unbescholtener behandelt und zu einer bedingten Haftstrafe von zehn Monaten verurteilt. Aufgrund seiner miserablen wirtschaftlichen Lage muss er nicht den gesamten Suchtgifterlös, sondern nur 1.000 Euro an den Staat bezahlen.

Das Urteil ist rechtskräftig.