Einzige Priesterweihe im Burgenland: Diakon Vukcevic. Ivan Vukcevic wurde im Dezember 2020 zum Diakon geweiht. Ende Juni folgt nun die Priesterweihe. Vukcevic war bisher in Jois, Winden und Kaisersteinbruch im Einsatz.

Von Daniel Hahofer. Erstellt am 19. Juni 2021 (05:52)
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Ivan Vukcevic ist der einzige Diakon, welcher heuer in der Diözese Eisenstadt zum Priester geweiht wird.
zVg, zVg

Am 29. Juni wird Ivan Vukcevic im Eisenstädter Dom zum Priester geweiht. Bisher war der Diakon während seines Pastoralpraktikums in Jois, Winden und Kaisersteinbruch tätig. Im Vorfeld zur Zeremonie durfte sich die BVZ mit dem künftigen Kaplan über seinen Weg zur Priesterweihe unterhalten.

Ursprünglich stammt Ivan Vukcevic aus Montenegro. „In meiner Heimatdiözese war ich Priesterkandidat“, erzählt der derzeitige Diakon im Gespräch.

Nach dem Abschluss eines Philosophiestudiums in Sarajevo sowie eines Theologiestudiums in Rom startete er seine Priesterausbildung am Collegium Germanicum in Italien. Folglich entschied sich Vukcevic 2019, nach Österreich zu kommen: „Hier im Burgenland habe ich schließlich meinen Priesterweg als Pfarrpraktikant unter Pfarrer Karl Opelka im Raum Jois begonnen“, erklärt der angehende Priester.

Warum gerade Pfarrer?

Der Wunsch, Priester zu werden, keimte schon lange in ihm. Von Kindesbeinen an war Vukcevic eng mit der Kirche verbunden. „Ich ging regelmäßig zur Heiligen Messe, ministrierte, sang im Chor und half in der Kirche. Und dann hatte ich das Gefühl, dass es der richtige Weg für mich war“, erzählt er im BVZ-Interview. Obwohl er seinen Berufswunsch schon als Kind kannte, nahm er nicht den direkten Weg dorthin, sondern wählte einmal einen „Umweg“ über ein Musikstudium. Nun steht Vukcevic aber ganz knapp vor seinem Ziel.

Schon für den Sommer 2020 wäre seine Weihe zum Diakon geplant gewesen, doch die Pandemiesituation verzögerte seine Pläne um ein halbes Jahr: „Nach einer Verschiebung wurde ich folglich im Dezember in der Landeshauptstadt zum Diakon geweiht.“

Nähe zur Gemeinde von großer Bedeutung

Sein dadurch verkürztes Engagement als Diakon, welches im Normalfall ein Jahr lang dauert, beschreibt Vukcevic dennoch als „schöne Zeit“. „Für mich waren es sehr wichtige sechs Monate. Meine Aufgaben als Diakon, wie beispielsweise der Dienst bei Taufen und Begräbnissen sowie die geistliche Begleitung und der Seelsorgedienst, habe ich gerne durchgeführt“, weiß er die gesammelten Erfahrungen zu schätzen.

Dennoch erschwerte die Pandemie-Situation dem Diakon den Arbeitsalltag. Unzählige Lockdowns sowie strenge Präventionsmaßnahmen in den Kirchen des Landes verhinderten zu einem großen Teil den Kontakt zu den Gemeindebürgern.

„Wir haben versucht, passende Alternativen zu finden, um den Gottesdienst trotz der Einschränkungen und einzigartigen Umstände weiterhin regelmäßig, beispielsweise über Online-Livestreams, feiern zu können“, so Vukcevic.

„Schwierig war es für mich allerdings, auf den persönlichen Teil meines Dienstes verzichten zu müssen, da persönliche Besuche und Gespräche untersagt waren. Für mich ist nämlich die Nähe zur Gemeinde von großer Bedeutung.“

Nun soll am 29. Juni die Priesterweihe folgen – die Vorfreude ist groß. Priesterweihen sind im Jahr 2021 eine Seltenheit. Er ist der einzige Diakon, der heuer in der Diözese Eisenstadt im Zuge der Feierlichkeiten zum Priester geweiht wird. Allerdings treten bei der Weihe zwei seiner Mitbrüder das Amt des Diakones an.

Nach seiner Priesterweihe wird Ivan Vukcevic als Kaplan in den Gemeinden Jois, Winden und Kaisersteinbruch tätig sein und von Breitenbrunn bis Donnerskirchen als Aushilfe zur Verfügung stehen. Seine Primiz, seinen ersten Gottesdienst als Hauptzelebrant, darf Vukcevic am 4. Juli in Jois feiern.

Trotz der immensen Vorfreude schreitet der baldige Kaplan ohne große Erwartungen in die Zukunft: „Ich werde abwarten, wie der Bischof über mich und meinen Dienst für die Gemeinde entscheiden wird. Ich plane jedoch nicht großartig voraus. Mir ist bloß wichtig, dass ich meinen priesterlichen Verpflichtungen nachkomme und meinen Dienst gut leiste.“