Eine Kirche für Bruckneudorf. Im geplanten neuen Ortszentrum auf dem „erbse“-Areal soll auch ein Sakralbau errichtet werden. Über Finanzierung und Standort wird noch verhandelt.

Von Otto Havelka. Erstellt am 15. April 2021 (05:55)
Auf dem Areal der ehemaligen Erbsenschälfabrik könnte neben einer Schule und zahlreichen Wohnungen auch eine neue Kirche entstehen.
Havelka

Obmann und Vorstandsmitglied der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), Alfred Kollar, ließ vor Kurzem mit einer Bemerkung aufhorchen: „Aktuell gibt es bei einem großen Bauvorhaben im Nordburgenland durchaus ernstgemeinte Überlegungen, als Ergänzung des neuen Siedlungsgebietes eine Kirche mitzuerrichten – und das wäre tatsächlich eine neue und durchaus reizvolle Aufgabe“, so Kollar.

Der Standort, von dem Kollar sprach, war nicht schwer ausfindig zu machen. Es handelt sich um das  4,2 Hektar große „erbse“-Areal, auf dem ein neuer Ortsteil für rund 500 Bewohner errichtet wird. Neben 30 Reihenhäusern und sechs Wohnhäusern mit insgesamt 120 Wohnungen sollen auch in den ehemaligen Getreidesilos Wohnungen und am Dach eine Skybar errichtet werden (die NÖN berichtete).

Und in der ehemaligen denkmalgeschützten k.u.k. Erbsenschälfabrik wird derzeit eine Volksschule mit zwölf Klassen eingerichtet, die im Herbst 2022 ihre Pforten öffnen soll. Der leitende Baukurator und Diözesankonservator der Diözese Eisenstadt, Markus Zechner, bestätigt derartige Pläne. Es bestehe die Absicht, hier eine Kirche errichten zu wollen. In einer Gemeinde mit mehr als 3.000 Einwohnern sei ein Gotteshaus angesagt. Für konkrete Details sei es aber noch zu früh. Es müsse nicht nur die Finanzierung des Projektes geklärt werden, sondern auch, wie der Sakralbau in das „erbse“-Projekt integriert werden könne.

„In sechs bis acht Wochen“ sollen laut Zechner genauere Angaben zu dem Projekt gemacht werden können. Sollte der Kirchenbau realisiert werden, wovon auch SPÖ-Bürgermeister Gerhard Dreiszker ausgeht, wäre dies ein weiterer Schritt zur Identitätsfindung der burgenländischen Großgemeinde, die praktisch einen nahtlosen Siedlungsraum mit der niederösterreichischen Bezirkshauptstadt Bruck bildet. Vor rund vier Jahren kündigte Bruckneudorf die Kooperation mit der Feuerwehr Bruck auf und gründete eine eigene Feuerwehr. Ab nächstem Schuljahr sollen Bruckneudorfer Kinder nicht mehr nach Bruck in die Volksschule pilgern, sondern in der neuen Schule im Ort unterrichtet werden. Mit der Errichtung einer Kirche würde ein weiteres Statussymbol einer eigenständigen Gemeinde installiert. SPÖ-Bürgermeister Dreiszker übt sich in Zurückhaltung: „Es gibt sicher auch Leute, die keinen Wert auf eine Kirche legen.“

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