Dorffest in Neudörfl wegen Covid-Alarm abgesagt. Fast im letzten Moment wurde das Dorffest, das am Wochenende stattfinden sollte, abgesagt. Der Grund: ein falscher Covid-Alarm in der Volksschule.

Von Christian Artner. Erstellt am 09. September 2021 (18:25)
Dorffest Dörfl
Richard Vogler

Das Dorffest, auf das sich die große Mehrheit der  Neudörfler bereits freute, findet nun also doch nicht statt. „Heute Vormittag musste diese Entscheidung getroffen werden“, berichtet Bürgermeister Dieter Posch.

Dem vorausgegangen waren einige Covid-Verdachtsfälle  in der Volksschule.  „Unser Schuldirektor berichtete mir heute, dass bei der Testung ein bis mehrere positive Covid-Fälle aufgetreten wären. Die Bildungsdirektion hatte daraufhin angeordnet, alle Schüler aus der Schule zu entlassen.“ Wie sich zu Mittag dann allerdings herausstellte, waren die Verdachtsfälle unbegründet.  Bettina Deutsch,  für Öffentlichkeitsarbeit in der Bildungsdirektion zuständig, bestätigt das: „Es gab Verdachtsfälle bei den PCR-Tests. Deshalb wurden die Kinder zur Sicherheit nach Hause geschickt. Letztendlich war aber kein Kind tatsächlich positiv. Morgen geht der Unterricht ganz normal weiter.“

In Bezug auf das Dorffest bedeutete dieser Vorfall allerdings, dass kurzfristig Handlungs- und Entscheidungsdruck vorhanden war. „Meine Überlegung war, wenn 180 Kinder nach Hause geschickt werden, die theoretisch alle das Potential haben, die Infektion weiter zu tragen, ohne es vielleicht zu wissen, könnte das zwei Tage später zu einem großen Problem werden. Ich möchte mir nicht den Aufschrei vorstellen, der entstehen wäre, wenn  die Schule aufgrund von Covid-Fällen geräumt wird, wir aber trotzdem unser Fest veranstaltet hätten.“

Die Entscheidung, das Dorffest abzusagen,  hat Bürgermeister Posch nicht eigenmächtig getroffen, sondern sich mit dem Obmann des Fremdenverkehrsvereins, Walter Horvath, und der Covid-Beauftragten Sabine Zenz  sowie den Vereinen beraten. Auch die Bezirkshauptmannschaft war mit eingebunden. „Diese hat die Entscheidung sehr positiv aufgenommen, denn der Bezirk Mattersburg  weist derzeit die höchste Inzidenz im Burgenland auf.“

Zuwarten wäre nicht verantwortungsvoll gewesen

Kurz nachdem die Absage erfolgte, erhielt auch Dieter Posch die endgültigen Testergebnisse, die, wie erwähnt, alle negativ ausfielen. „Ein Zuwarten wäre aber aus unserer Sicht nicht zu verantworten gewesen, weil jetzt auch die Zeit für alle letzten logistischen Arbeiten gewesen wäre.“ Vereine hätten  Einkäufe erledigen  müssen, Aufbauten organisieren werden, etc.. „Bier kann man lagern, Fleisch zum Beispiel lässt sich  nicht einfach zurückgeben. Deswegen sahen wir keine andere Möglichkeit, als heute Früh die Notbremse zu ziehen. “

Den Vereinen und der Öffentlichkeit wurde auch immer klar kommuniziert, dass auch erst einen Tag vor der Veranstaltung die Absage kommen könnte. „Alle waren darauf vorbereitet und ich habe bis jetzt noch keine Rückmeldung erhalten, dass irgendwer darüber geschimpft hätte.“ Im Gegenteil hätten manche zur schwierigen, aber letztendlich verantwortungsbewussten Entscheidung gratuliert.  Die Pandemie sei kein Spaß, sondern eine ernsthafte Angelegenheit. „Genauso gut hätte sich die Situation zu einem Schulcluster ausbilden können. Wenn man ein Dorf vor einer allfälligen Gefahr schützen möchte, muss man manchmal auch unpopuläre Entscheidungen treffen.“

Besteht nun die Möglichkeit, das Dorffest trotzdem noch stattfinden zu lassen, zwar nicht dieses Wochenende, sondern an einem Ersatztermin? Ausgeschlossen ist nichts, sagt Posch.  „Bei der am Montag stattfindenden Gemeindevorstandssitzung werden wir darüber beraten. Dort wird besprochen, wie wir weiter vorgehen und ob die Vereine vielleicht in einem kleinerem Rahmen etwas für das Dorf veranstalten wollen.“  Heute dagegen musste schnell entschieden werden. Die Entscheidung wird manchen gefallen, anderen wiederum nicht.