FPÖ-Abspaltung in Forchtenstein. Christian Spuller, ehemaliger Bezirks-Obmann der Freiheitlichen, hebt die „Freie Liste Forchtenstein“ aus der Taufe.

Von Richard Vogler. Erstellt am 13. Mai 2021 (05:55)
Christian Spuller bereitet sich nun mit der „FLF“ auf die Gemeinderatswahlen vor.
Vogler

Die Turbulenzen rund um die FPÖ im Burgenland sind um eine Facette reicher und zwar mit der „Freien Liste Forchtenstein“. Als Initiator fungiert Christian Spuller, einst FPÖ-Bezirksobmann. Wie die BVZ berichtete, wurde das Ausschlussverfahren von Spuller in die Wege geleitet. „Die Situation ist etwas verworren. Mein Ausschluss wurde wegen ‚Gefahr im Verzug‘ ausgesprochen. Laut Statut muss dieser Ausschluss unverzüglich vom Vorstand bestätigt werden. Bis heute, also nach drei Monaten, ist dies immer noch nicht passiert. Es hat sogar schon eine Sitzung dazwischen gegeben, wo Norbert Hofer gegen meinen Aussschluss war, gegen den Willen von Landesparteiobmann Alexander Petschnig und Klubobmann Hans Tschürtz. Auch unabhängige Juristen vertreten die Meinung, dass ich noch FPÖ-Mitglied bin“, berichtet Spuller.

Die Forchtensteiner FPÖ-Ortsgruppe hat sich, wie die BVZ berichtete, bereits vor einigen Wochen aufgelöst, was den Bestimmungen der Freiheitlichen nach nicht gleichbedeutend mit dem Austritt der Mitglieder aus der Partei ist. Die Beweggründe von Spuller, die „FLF“ aus der Taufe zu heben?

„Wir haben mit 15 aktiven Mitgliedern eine starke Ortsgruppe. Ich habe die Liste gegründet, um die Ortsgruppe zusammenzuhalten. Wenn ich laut FPÖ-Landespartei nicht mehr Mitglied bin, kann ich ja keine Aussendungen machen. Wir arbeiten nun einmal als Freie Liste Forchtenstein, werden unsere Themen transportieren und bereiten uns langsam auf die Gemeinderatswahlen vor.“ Was gleichbedeutend ist, dass Christian und Felix Spuller sowie Harald Geisendorfer, einst FPÖ-Mandatare, nun im Gemeinderat die „FLF“ vertreten. Kürzlich gab es ein Infoschreiben von der Landespartei. „Dort wird mir der Vorwurf gemacht, dass ich die Liste gegründet habe. Ich habe dies ja nur gemacht, weil sie meinen Ausschluss in die Wege geleitet haben. Das ist alles absurd. Es gibt genug FPÖ-Gemeinderäte, die so wie ich denken und es gibt einige ehemalige FPÖ-ler, die Interesse zeigen, unabhängig zu kandidieren“, so Spuller.