Flurreinigung in Eigenregie in Wiesen. Hans Peter Meidl aus Wiesen greift einmal wöchentlich zum Müllsack, um die Gehwege und Gräben zu säubern.

Von Tina Wohlfarth. Erstellt am 07. Februar 2021 (03:25)
Hans-Peter Meidl: „Ich ärgere mich ständig über die verdreckten Straßenränder sowie Geh- und Fahrradweg. Die Flurreinigung müsste man monatlich durchführen, einmal im Jahr genügt bei weitem nicht.“
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Bierdosen, leere Plastikflaschen, Zigarettenschachteln, Autoteile und sogar Windeln. All das findet Hans Peter Meidl in den Straßengräben vor. Deshalb zieht dieser einmal wöchentlich, gemeinsam mit seiner Frau und seinen Kindern los und ergreift die Eigeninitiative. Mit Handschuhen und Müllsäcken durchkämmen die freiwilligen Müllsammler die Straßengräben in und bei Wiesen und befreien diese von achtlos weggeworfenem Müll.

„Es ist unglaublich, wie manche Menschen unsere Natur als ihren Mistkübel verwenden. Auf der Strecke vom Bahnhof Wiesen-Sigleß, Richtung Wiesen haben wir vor kurzem drei randvolle Säcke Müll gefunden“, so Meidl. Das Erschreckende: Bereits Tage nach seiner Reinigung sind die Straßen und Wege wieder zugemüllt gewesen. „Ich ärgere mich ständig über die verdreckten Straßenränder sowie Geh- und Fahrradwege. Die Flurreinigung müsste man monatlich durchführen, einmal im Jahr genügt bei weitem nicht“, ärgert sich der gebürtige Mattersburger. Dieser hat das Problem auch schon bei der Gemeinde gemeldet, passiert sei aber nichts.

„Abfall birgt große Gefahr für die Tiere“

Dass viele Menschen Gräben mit Deponien verwechseln, ist ein großes Problem, denn der Abfall verrottet nicht und stellt für Tiere eine große Gefahr dar. Es sei sehr schwer, wirksame Lösungen zu finden. Der oder die Umweltsünder seien zudem kaum ausfindig zu machen. Meidl appelliert daher an die Einsicht und die soziale Verpflichtung der Mitbürger.

Der eine oder andere hat die Hinweisschilder im Straßengraben der Wiesener Landesstraße bereits entdeckt. Mit diesen Schildern möchte Meidl an die Vernunft der Autofahrer appellieren und Müllsünder zum Nachdenken anregen. Der 50-Jährige hofft auf Nachahmer seiner Aktion und darauf, dass weniger Müll achtlos entsorgt wird. „Gerade jetzt gehen sehr viele Menschen spazieren, einfach ein Sackerl mitnehmen und herumliegenden Müll aufsammeln. Ein Zeichen zu setzen und der Umwelt etwas Gutes tun, kann sehr einfach sein.“