Früherer SVM-Vizepräsident von Pucher enttäuscht. Der frühere SVM-Vizepräsident Richard Woschitz hat sich am Donnerstag im Commerzialbank-U-Ausschuss von Martin Pucher "enttäuscht" gezeigt. Dass das geplante Impulszentrum in Mattersburg nicht umgesetzt werden sollte, das sei "fast ein Schock" gewesen, erklärte er den Abgeordneten.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 21. Januar 2021 (18:53)
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Woschitz ist Gründer und Gesellschafter der Woschitz Group. Mit der Commerzialbank verbanden ihn zwei Projekte, die neue Bankfiliale in Zemendorf und das geplante Impulszentrum.

Woschitz gab an, am Nachmittag des 14. Juli von Puchers Tochter angerufen worden zu sein: "Sie hat gesagt: 'Wir werden das Projekt (Impulszentrum, Anm.) nicht machen.'" Das Gespräch sei kurz gewesen, sie habe weiters erklärt, dass es "Probleme in der Bank" gebe. Gleich danach habe er seine Mitarbeiter darüber informiert, dass das Projekt gestoppt werde. Dass die Bank geschlossen werde, habe er in diesem Gespräch nicht erfahren und darüber auch keine Information weiter gegeben. Von der Bankschließung erfuhr Woschitz am 15. Juli aus den Medien.

Zum Auftrag für das Impulszentrum sei Woschitz nach der erfolgreichen Abwicklung der Fußballakademie und der Filiale in Zementdorf gekommen: "Ich wurde von Pucher gefragt, bei dem großen Projekt auch die Projektentwicklung und Generalplanung samt der örtlichen Bauaufsicht zu übernehmen." Die Commerzialbank sei Investor und Bauherr des Impulszentrums gewesen. Woschitz zeigte sich nun sehr an der Weiterführung des Projekts interessiert, habe sein Unternehmen doch bereits Vorleistungen von mehreren 100.000 Euro geleistet. Es habe schon Gespräche mit dem Masseverwalter gegeben.

"Ich war im guten Glauben, dass mit der Bank als Investor die Finanzierung steht."

Das Impulszentrum sah die Errichtung einer Tiefgarage, der Bankzentrale, des neuen Rathauses und eines Objektes zur Vermietung vor: "Ich war im guten Glauben, dass mit der Bank als Investor die Finanzierung steht." Mit der Mattersburger Bürgermeisterin Ingrid Salamon (SPÖ) und Pucher sei besprochen worden, dass Woschitz' Unternehmen Pannonia Consult als Bauträger das Rathaus errichten sollte. Das Rathaus hatte ein Finanzvolumen von 6,5/7 Mio. Euro, erklärte Woschitz.

Der Anruf von Puchers Tochter mit der Absage des Projekts - "Das war fast ein Schock", zumal das Projektvolumen kein kleines gewesen sei. Kontakt zu Pucher habe er danach keinen aufgenommen: "Ich war menschlich enttäuscht, weil es ein paar Tage vorher noch eine Baubesprechung gegeben hat."

Angesprochen auf Geschenke der Commerzialbank, erklärte Woschitz, zum 50. Geburtstag ein 100 Gramm-Goldplättchen bekommen zu haben.

Mit Pucher war Woschitz aber auch "sportlich, freundschaftlich verbunden", dieser habe ihn daher auch zum SVM geholt. Im Februar 2020 wurde er Vizepräsident, kurz darauf aber der Spielbetrieb wegen Corona eingestellt.

Über seinen Rücktritt als Vizepräsident des SVM habe er Pucher dann per E-Mail in Kenntnis gesetzt. Als Grund hierfür gab er an, dass er trotz mehrmaliger Nachfragen bei Pucher keine wirtschaftlichen Informationen oder Unterlagen zur Finanzgebarung erhalten habe. Er sei sowohl von Pucher als auch einer Tochter, die Prokuristin beim SVM war, nur vertröstet worden. Den ViP-Club des SVM habe er mit der von ihm selbst bezahlen Jahreskarte besucht, so Woschitz.

Ein freundschaftliches Verhältnis pflegte Woschitz auch mit Ex-Landesrat Christian Illedits (SPÖ). Das Verhältnis zu Landeshauptmann a.D. Hans Niessl (SPÖ) bezeichnete er ebenfalls als "sehr gut" und bestätigte, in dessen Personenkomitee gewesen zu sein.