Kampf um jede Vorzugsstimme. Nationalrat wird es keinen aus dem Bezirk geben. Pauschenwein (ÖVP) holt sich mit über 1000 Stimmen die Vorzugsstimmenkrone aus dem Bezirk.

Von Bettina Eder. Erstellt am 18. Oktober 2017 (16:28)
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Über 1000 Vorzugsstimmen. Bettina Pauschenwein (links unten) feierte dieses tolle Ergebnis mit vielen Freunden, die herzlich gratulierten.
BVZ

Chancen, dass jemand aus dem Bezirk in den Nationalrat einzieht, gab es eigentlich nur in der Theorie. In der Praxis ist jetzt auch nichts draus geworden, obwohl viele Kandidaten der verschiedenen Parteien sehenswerte Ergebnisse erreichen konnten. Offizielle Zahlen gab es bis zu Redaktionsschluss zwar noch keine, dennoch konnte die BVZ einige Ergebnisse in Erfahrung bringen.

Vorzugstimmen-Kaiserin aller Kandidaten des Bezirkes – wenn auch chancenlos im Regionalwahlkreis – soll mit Abstand die Wiesener Jungunternehmerin Bettina Pauschenwein (ÖVP) geworden sein. Sie erreichte auf der Regionalwahlkreisliste rund 850 Stimmen, auf der Landesliste noch mal 331. Ihr Ergebnis war mit Sicherheit auch „mit Schuld“ am Gesamtergebnis der Wiesener ÖVP: Diese holte sich den zweithöchsten Zugewinn aller ÖVP-Fraktionen im Land.

Freude über Wahlergebnis

„Das Wahlergebnis ist großartig. Der enorme Zuspruch in meiner Heimatgemeinde, der große Zugewinn und die vielen Vorzugsstimmen sind überwältigend. Dafür bin ich sehr dankbar. Es ist eine Ehre für mich, Teil des Teams zu sein“, so Pauschenwein überglücklich.

Auch ihr Parteikollege, der Mattersburger Andreas Feiler, war nur auf der Regionalkreiswahlliste wählbar und holte sich dort beachtliche 345 Stimmen, die meisten davon klarerweise in Walbersdorf und der Stadt Mattersburg.

Harter Schlagabtausch in Mattersburg

Das „Match“ in der Bezirkshauptstadt ging aber an Claudia Schlager (SPÖ). Bei ihr machen Land- und Regionalkreisliste zusammen etwa 560 Kreuzerl aus. Neo-Politikerin Schlager, die erst vor wenigen Wochen erstmals in den Mattersburger Gemeinderat sowie Stadtrat eingezogen ist, dazu: „Ich bin echt sprachlos bei dem Ergebnis. Das hätte ich nicht erwartet, obwohl ich und meine Kollegen viel gelaufen sind. Das ist ein großer Vertrauensbeweis.“

Sie überholte damit sogar – wenn auch nur hauchdünn um 14 Stimmen – den zweiten, besser gereihten SPÖ-Kandidaten aus dem Bezirk, den Bad Sauerbrunner Roland Fürst .

Der Marzer Jürgen Lehrner (SPÖ) soll mit knapp 290 Stimmen ebenfalls ein tolles Ergebnis erreicht haben.

155 Stimmen holte sich FPÖ-Bezirkskandidat Sigi Steiner, der wie Schlager ebenfalls im Gemeinderat sitzt: „Der Bezirk ist klassisch Rot. Da gibt es viele Stammwähler, da war uns klar, dass wir um jede Stimme kämpfen müssen.“