Neustifter Radioliebhaber macht Jagd auf Signale . Aus einem Winkel in Neustift wird in die große, weite Welt hinausgefunkt – was da vor sich geht, erzählt Knut Steinar Fremme.

Von Silke Katschner. Erstellt am 21. Juni 2021 (06:53)
Jagd auf die Signale
Für Interessierte plant Steinar einen Tag der offenen Tür; neugierig gewordene erkundigen sich am besten im Gemeindeamt.  
Silke

Eher versteckt und ziemlich weit hinten in der Ortschaft ist es unwahrscheinlich, zufällig beim Anwesen von Knut Steinar Fremme vorbeizukommen, aber wenn Sie es doch tun und aufmerksam sind, kann man hohe, drahtige Antennen auf seinem Grundstück erspähen.

Antenne im Garten ist Schlüssel zu anderen Ländern

Knut, der aus Norwegen stammt, Steinar genannt werden möchte und 2018 als „Zuagroasta“ nach Neustift kam, nachdem er über 200 potentielle Grundstücke besucht hat, widmet sich schon sein Leben lang dem Amateur-funk. Steinar erzählt: „Ich habe eine 24 Meter hohe Antenne im Garten und eine mit zwölf Meter auf der Garage. Seit ich in Neustift bin, hatte ich Kontakt zu über 46.000 Radiosendern aus 216 verschiedenen Ländern. Mein Hobby besteht daraus, Kontakt mit Gleichgesinnten aus der ganzen Welt herzustellen.

Es ist wie eine ‚Jagd‘ auf Signale, vor allem auf schwache, die von sehr entlegenen Orten weltweit kommen und schwer reinzubekommen sind. Salopp gesagt: Die ganze Welt ist in kleine Quadrate aufgeteilt und mein Ziel ist es, jeden Kontakt in jedem dieser Quadrate zu erreichen. Und keine Sorge; die maximale Leistung meiner Anlage hier beträgt 400 Watt – völlig unbedenklich für Mensch und Tier. Hier im Umkreis von 50 Kilometer gibt es sogar an die 100 Leute, die das gleiche Hobby betreiben“, so Steinars grobe Beschreibung für Novizen.

Er wird Österreich in den ersten zwei Augustwochen bei einem internationalen Funkwettbewerb vertreten und hofft dabei, 5:000 bis 6:000 Kontakte in zwei Wochen herstellen zu können – das sollte für den Radiofunkprofi kein Problem darstellen.