Bürgermeister starb nach Operation - Arzt vor Gericht. Der überraschende Tod des Bürgermeisters der südburgenländischen Gemeinde Neuberg (Bezirk Güssing) im März nach einer Operation beschäftigt am Dienstag das Landesgericht Eisenstadt.

Von Redaktion APA. Erstellt am 20. November 2016 (11:34)
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Neubergs Bürgermeister Daniel Neubauer starb nach einem Routineeingriff im Alter von 49 Jahren.
NOEN, zVg

Ein Chirurg muss sich wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. Bei einem Schuldspruch beträgt der Strafrahmen bis zu drei Jahre Haft.

Der Neuberger Bürgermeister Daniel Neubauer (ÖVP) hatte sich im März diesen Jahres einer Blinddarmoperation unterzogen. Nach dem Eingriff war es zu Komplikationen gekommen, der 49-Jährige wurde ein zweites Mal operiert. Als sich der Gesundheitszustand des Bürgermeisters nach der zweiten Operation verschlechterte, wurde er ins Landesklinikum Graz verlegt, wo er kurz darauf starb.

"Zweiten Eingriff "fehlerhaft verzögert" durchgeführt"

Die Staatsanwaltschaft Eisenstadt hatte nach dem Tod des Bürgermeisters Ermittlungen gegen acht Ärzte eingeleitet. Gegen den Chirurgen wurde schließlich Anklage erhoben.

Dem Arzt wird zur Last gelegt, dass er, als bei Neubauer der Verdacht einer Nachblutung im Zusammenhang mit der Blinddarmentfernung bestand, eine falsche Operationsmethode angewendet habe.

Zudem soll er laut Staatsanwaltschaft den dringend gebotenen zweiten Eingriff "fehlerhaft verzögert" durchgeführt haben. Der Prozess am Dienstag findet vor einer Einzelrichterin statt und ist ganztägig angesetzt.