Naturpark Weinidylle: Rettung für Weingärten. Um das Landschaftsbild zu erhalten, pachtet der Naturpark Weinidylle nicht bewirtschaftete Weingärten. Aus den Trauben will man Naturpark-Traubensaft produzieren.

Von Carina Fenz. Erstellt am 25. Februar 2021 (05:40)

Vielen der 230 Hektar großen Weingartenflächen im Naturpark Weinidylle, der sich von Deutsch Schützen bis ins Pinkatal und Richtung Güssing zieht, droht die Rodung. Der Grund ist laut Weinidylle-Obmann Johann Weber ganz einfach erklärt: „Viele Besitzer können die Weingärten nicht mehr selber pflegen und auch die Weiterverpachtung ist aktuell schwierig, weil der Markt durch die Corona-Krise gesättigt ist und ‚große‘ Winzer gepachtete Rebflächen zurückgegeben haben.“ „Viele Flächen, beispielsweise in Deutsch Ehrensdorf, wurden bereits unnötig gerodet“, wirft Strems Ortschef Bernhard Deutsch ein.

Ein Umstand, der nicht länger so sein sollte. Darum entschied man sich, nach einer Idee von Weber, in der letzten Mitgliederversammlung der Weinidylle ein Projekt zur „Rettung der Weingärten und des Landschaftsbildes“ zu starten. Das Konzept dazu, so Weber, sei schon jahrelang im „Kastl“ gelegen, weil der Umstand kein neuer ist. „Der Naturpark pachtet die bedrohten Weingärten zu einem Unkostenpreis und lässt sie durch den Maschinenring bewirtschaften“, erklärt Weber das Projekt. Damit schlägt man — die wortwörtlichen — drei Fliegen mit einer Klappe: „Die Gärten bleiben erhalten, die Trauben werden geerntet und verwertet und noch dazu erhält man das Landschaftsbild“, so Weber.

„Viele Besitzer können die Weingärten nicht mehr selber pflegen und auch die Weiterverpachtung ist aktuell schwierig, weil der Markt durch die Corona-Krise gesättigt ist.“ Johann Weber, Obmann Naturpark Weinidylle

In wenigen Wochen hat man bereits vier Hektar Rebfläche von Eigentümern angeboten bekommen. „Das werden aber sicherlich noch mehr werden“, ist Weber vom Erfolg des Projekts überzeugt. Wein will man vorerst aber keinen mit den Trauben machen, sondern Traubensaft.

„Das ist die einfachere Variante, weil man keine Kellertechnik dafür braucht. Der Traubensaft soll in der Region gepresst werden und dann über Bauernläden und den Einzelhandel verkauft werden“, verrät Weber. Das große Geld wird man mit dem Projekt nicht verdienen, aber „es geht darum, die Kosten abzudecken und die Gärten zu erhalten“, erklärt Weber.

Wenn auch Sie kurz davor stehen, Ihren Weingarten zu roden, melden Sie sich bitte im Weinidylle- bzw. Naturpark-Büro unter der Telefonnummer 03324/6318 oder per Mail an kopfergrosz@weinidylle.at