Das Gemüse des Frühlings. Hurra, Rhabarber! Schnell genießen lautet die Devise, denn laut einer alten Bauernregel ist der fein-säuerliche Genuss ab 24. Juni wieder vorbei. Also ran an die Stange!

Von Sara-Lisa Gossy-Gamperl. Erstellt am 13. Mai 2021 (07:47)
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Die Rede ist von Rhabarber! Nein, kein Obst, sondern ein Stangengemüse wie auch Spargel oder Sellerie. Wie die meisten guten Dinge, ist uns der Genuss nur kurz vergönnt, denn Rhabarber gibt es nur im Mai und Juni. Genauer gesagt, heißt es, dass man nach dem 24. Juni keinen Rhabarber mehr ernten sollte, denn dann wird er ungenießbar. Besonders empfindliche Menschen sollten darauf achten, keine älteren Stangen zu essen, denn der Oxalsäuregehalt steigt mit der Reife.

Dies kann sich nicht nur beim beißenden Geschmack widerspiegeln, sondern auch gesundheitsgefährdend sein. Es zahlt sich also aus, den Rhabarber zu schälen, denn so können wir leicht den Oxalsäuregehalt reduzieren. In den jungen, roten Blattstangen stecken nicht nur jede Menge Mineralstoffe, wie Kalzium, Magnesium und Eisen, sondern auch eine Menge Vitamin C und wertvolle Ballaststoffe. Aufgrund des fein säuerlichen Geschmacks, wird Rhabarber in der europäischen Küche gerne bei süßen Speisen verwendet, aber er macht sich auch wirklich gut als „Special“ bei pikanten Gerichten. Denn in seiner Heimat, dem Himalaya, kommt die hübsche Stange mehr als Gemüse in herzhaften Speisen zum Einsatz. Ein schmackhaftes, pikantes Rhabarber-Chutney bietet eine spannende Abwechslung auf unserem Teller. Wie immer, finden Sie das Rezept auf bvz.at

Restlos verwerten

Egal ob süß oder pikant, ein heißer Tipp lautet, auch die Rhabarber-Blätter sinnvoll zu verwerten. Die Blätter können beispielsweise im Garten als Düngemittel herhalten! Einfach die Blätter klein schneiden, mit kaltem Wasser aufgießen und so lange ziehen lassen bis ein Sud entsteht. Mit dem kaliumhaltigen Gießwasser kann man gut der einen oder anderen traurig-guckenden Pflanze Abhilfe schaffen. Gut für uns - gut für die Natur!

Rhabarber Chutney

Für 3 Gläser

  • 750 g Rhabarber
  • 250 g Karotten
  • 1 kleine Chilischote
  • 40 g Ingwer
  • 5 Kardamomkapseln
  • 100 g Rohrzucker
  • 2 EL Limettenschale (optional Zitronen)
  • 50 g getrocknete Preiselbeeren
  • 1 Zimtstange
  • 60 ml Weißweinessig
  • 1 TL Salz
  • 60 g Pinienkerne

Rhabarber putzen und in ca. 2 cm große Stücke schneiden. Karotten schälen und fein würfeln. Chili hacken und Ingwer schälen und fein würfeln. Kardamom im Mörser zerstoßen, Schale entfernen und den Samen grob zerdrücken. Nun alles mit den restlichen Zutaten verrühren und im Kochtopf aufkochen lassen. Ungefähr 25 Minuten leicht köcheln lassen und zwischendurch umrühren.

Das heiße Chutney in Gläser füllen, verschließen und stürzen. Nach fünf Minuten umdrehen und auskühlen lassen.

Schmeckt genial zu Gegrilltem oder Käse!

Saftiger Rhabarber-Kuchen

  • 450 g Rhabarber
  • 300 g Dinkelmehl
  • 250 g brauner Zucker
  • 3 TL Backpulver
  • 1 Pkg. Vanillepuddingpulver
  • 2 Pkg. Vanillezucker
  • 1/4 TL Salz
  • 150 g Margarine (Zimmertemperatur)
  • 150 ml Sojacuisine (oder Schlagobers)

Zu Beginn gleich die Springform gut einfetten und mit Backpapier auslegen. Ofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen. Dann den Rhabarber schälen und in kleine Stücke schneiden. Zuerst die trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen, dann die feuchten Zutaten hinzufügen, also Margarine und Sojacuisine. Mit dem Handmixer kurz durchmixen und in die Springform verteilen und glattstreichen. Den Rhabarber drauf verteilen und leicht reindrücken. Nun ab in den Ofen für ca. eine Stunde. Auskühlen lassen und mit Zucker bestreuen!