Mobilwohnheim-Verträge: Ärger im Seebad. Esterházy will Vertrag von 80 Mobilwohnheim-Pächtern in Breitenbrunn nicht verlängern. Diese wehren sich aber gegen diese „Feudal-Mentalität“.

Von Markus Wagentristl und Sigrid Janisch. Erstellt am 21. April 2021 (06:44)
Mobilwohnungen. Diese müssen vielleicht bald abgebaut werden. Beweglich sind sie entgegen ihrem Namen nur eingeschränkt.
privat

Für Außenstehende mag es nur eine Ferienwohnung sein. Für eine Mobilwohnheimbesitzerin in Breitenbrunn ist ihr kleines Urlaubsdomizil aber eine große Herzensangelegenheit: „Wir sind seit 40 Jahren jeden Sommer hier. Früher sind wir mit den Kindern hierher gekommen und wir wollen auch in unserem Ruhestand die warmen Monate hier verbringen“, erzählt sie der BVZ. Stattdessen soll sie und rund 80 weitere Pächter das „Areal Süd“ demnächst räumen. Jedenfalls, wenn es nach Esterházy geht.

Mobilheimbewohner wollen nicht ausziehen

Anfang 2019, als das Seebad nach 50-jähriger Pacht von der Gemeinde Breitenbrunn an Esterházy zurückging, vergaben diese Verträge an die Mobilwohnheimbesitzer mit Drei-Jahres-Befristung. Diese laufen am 31. Oktober 2021 aus und werden, wie die Pächter nun erfuhren, nicht verlängert. Zwar erhielten die Mobilheimbewohner das Angebot, noch bis 2022 zu bleiben und auf die Warteliste für das „Areal Mitte“ mit 255 Parzellen zu kommen (wo laut Pächtern ebenfalls 30 Verträge nicht verlängert wurden und für andere die Pacht um bis zu 50 Prozent erhöht wurde). Das Problem: „Die Parzellen passen für die meistern unserer Caravans nicht“, erklärt sie. Es sei auch nicht sicher, ob ein Stellplatz dann überhaupt frei ist.

„Ich muss mir wohl etwas anderes suchen – aber nicht mehr im Burgenland.“ Ein Mobilwohnheim-Besitzer

Dann wäre da noch das Problem mit dem Übersiedeln: „Es heißt zwar Mobilheim, laut Gesetz brauchen wir aber nicht einmal Achsen. Einfach bewegen kann man ein Mobilheim also nicht“, sieht ein anderer Pächter seine Wochenend-Behausung in Gefahr. „25.000 Euro habe ich seit 2009 in mein Mobilwohnheim investiert“, erzählt er der BVZ, „und die Pacht ist ja auch nicht billig.“

Esterházy: Verbesserung für Natur und Besucher

Er will sich nun rechtlich gegen diese „Feudal-Mentalität“ wehren.

Mobilwohnungen. Diese müssen vielleicht bald abgebaut werden. Beweglich sind sie entgegen ihrem Namen nur eingeschränkt.
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Hauptkritik der beiden Pächter, die, solange es noch Hoffnung auf eine Vertragsverlängerung gibt, anonym bleiben wollen, ist die Kommunikation: Die Umbau-Pläne werden widersprüchlich kommuniziert, laut Website hätten die 2019 gestarteten Arbeiten eigentlich diesen Sommer fertig sein sollen. Auch Ansprechparter sollen („man wird immer nur weitergeleitet“) wie die Handschlagqualität („Versprechen werden gemacht und gebrochen“) fehlen.

Esterházy sieht das freilich anders. Laut einer Sprecherin sei die vertragliche Zukunft immer klar gewesen. Die Mobilheime müssen nun weichen, da aufgrund behördlicher Auflagen und des generellen Sanierungsbedarfes Umbauarbeiten am ganzen Areal des Seebades nötig seien – auch am Mobilheimplatz. Die Sprecherin betont: „Mit der Modernisierung des Seebades wird die Lebensqualität für Mieter und Besucher aufgewertet, indem der Seezugang und der öffentliche Raum deutlich vergrößert werden.“

Ein Pächter hat sein Urteil schon gefällt: „Ich muss mir wohl etwas anderes suchen – nicht mehr im Burgenland.“