28-Jähriger schlug Freundin blutig. 28-jähriger Unternehmer wurde gegenüber Freundin handgreiflich und besaß gefälschte Erektionsmittel.

Von Elisabeth Kirchmeir. Erstellt am 13. Mai 2021 (03:12)
Symbolbild
APA

Es war eine „ungesunde Beziehung“, gestand der 28-jährige Angeklagte vor Gericht. Beidseitig habe es „Betrug und Beleidigungen“ gegeben.

Bei Polizei, Staatsanwaltschaft und Gericht sei der Angeklagte wegen seiner Gewaltbereitschaft bekannt, berichtete Staatsanwalt Roland Koch: „Heute ist er 28 Jahre alt. Irgendwann muss man erwachsen werden.“

Am 18. März 2019 waren der Unternehmer und seine Freundin bei einer Tankstelle in Eisenstadt aufeinandergetroffen. Später berichtete das Opfer bei der Polizei, ihr Freund habe sie aus dem Auto gezerrt, zu Boden geworfen und ihren Kopf sieben Mal auf den Boden geschlagen.

Eine Freundin, zu der sich die Frau flüchtete, sah einen acht Zentimeter großen Blutschwamm am Hinterkopf der Verletzten. Außerdem fehlten dieser büschelweise Haare und sie blutete aus der Nase.

Der Angeklagte bestritt die Attacke. „Ich stieß sie und wir haben geschrien, bis ein Anrainer rief, dass wir aufhören sollen.“

Verletzt habe er seine On-Off-Freundin nicht. Auch nicht am 20. September 2019, als sie am Heimweg von einer Veranstaltung in Eisenstadt Streit hatten und die Frau seinen Hund nicht mehr hergeben wollte.

Fortgesetzt bedroht und misshandelt

„Vielleicht habe ich sie an den Haaren gezogen, aber nicht mit der Faust geschlagen“, beteuerte der Angeklagte.

Wiederholt soll der Unternehmer die Frau bedroht haben: Er werde ihr Haus anzünden, ihr Auto in die Luft sprengen und ihr heißes Öl ins Gesicht schütten. Er sperrte die Frau in einer Wohnung ein und schlug und trat sie mit Faust und Füßen.

„Sie wusste, auf welche Knöpfe sie drücken musste, um mich an meine Grenzen zu bringen“, sagte der Angeklagte.

Nur für den „Eigengebrauch“ seien jene Dopingmittel gewesen, die die Polizei bei ihm gefunden hatte. Und die illegal importierten Viagra-ähnlichen Arzneimittel könne man in der Türkei am Basar kaufen, so Verteidiger Florian Astl: „Auf der Packung steht: Waldhonig, angereichert mit Kräutern. Daraus ist nicht zu schließen, dass es sich um ein Medikament handelt.“

Der Unternehmer wurde wegen Körperverletzungen und fortgesetzter Gewaltausübung sowie nach dem Arzneimittelgesetz zu zwölf Monaten Freiheitsstrafe verurteilt, davon vier Monate unbedingt.

Nach dem Antidopinggesetz erfolgte im Zweifel ein Freispruch. Der Angeklagte nahm das Urteil an.