Für Häuslbauer wird es teurer. Steigende Rohstoffpreise erhöhen Druck auch auf burgenländische Firmen; auf Kunden kommen Mehrkosten zu. Ruf nach „rundem Tisch“ auf Landes- und Bundesebene.

Von Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 22. April 2021 (04:59)
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Der Bauboom im Burgenland hält weiter an, die Branche sei „besser als mit einem blauen Auge“ durch die Krise gekommen, zeigt sich Landesinnungsmeister Bernhard Breser erleichtert: „Wir sind auch stolz, dass wir etwas für die heimische Wirtschaft tun konnten.“

Was freilich zunehmend Sorge bereite: steigende Baustoffpreise bei Stahl oder Holz- und Dämmstoffprodukten, quasi als Kehrseite des Baubooms, vor allem infolge von Rohstoff-

knappheit oder Lieferengpässen. „Katastrophal“ sei die Lage auch bei Kunststoff mit Preiserhöhungen von bis zu 45 Prozent, klagt der Steinbrunner Andreas Wirth, Bundesinnungsmeister der Elektrotechniker: „Wir können volle Auftragsbücher nicht abarbeiten. Kunststoff ist sehr rar, die Lager vor allem von Kleinbetrieben sind oft leer. Das wird uns länger begleiten.“

In der Bau-Branche würden 80 bis 90 Prozent der Aufträge mit Fixkosten vereinbart, betont Breser. Bei im vorigen Winter ausverhandelten Aufträgen seien die Preise nun nicht zu halten – als Unternehmen zahle man oft drauf, im schlimmsten Fall würde durch Lieferverzögerungen auch noch Pönale fällig. Bei Neuaufträgen müsse der Kunde mit Mehrkosten rechnen – Hausbauen werde teurer, so Breser: „Laut Baustoffindustrie soll sich die Lage zwar in zwei bis drei Monaten beruhigen. Das bedeutet aber keine Rückkehr zu früheren Preisen. Die Preise werden sich auf hohem Niveau einpendeln.“

Der Auftrag der Politik vom leistbaren Wohnen rücke „in weite Ferne“, gibt der Baumeister zu bedenken, längerfristiges Vorausdenken wäre wichtig: „Es bräuchte einen ‚Round Table‘ von Politik, Bauwirtschaft und Industrie in Land und Bund.“