Neueste Umfrage: Doskozil mit Landeschef-Bonus. Landeshauptmann Doskozil jenseits der 70, SPÖ jenseits der 50 Prozent. Meinungsforscher Hajek erklärt die Gründe.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 17. Juni 2021 (03:52)

Weder die Causa Commerzialbank noch die Corona-Krise konnte der absoluten SPÖ-Mehrheit etwas anhaben. Was schon zwei Umfragen im vergangenen Herbst und Winter zeigten, setzt sich nun mit der aktuellen Erhebung fort.

In der Sonntagsfrage bleibt die SPÖ im Burgenland stabil über der 50-Prozent-Marke. Quasi uneinholbar vorne liegt Hans Peter Doskozil in der Landeshauptmann-Frage (siehe Grafik). Die guten Zahlen hängen auch unmittelbar zusammen, wie Politologe Peter Hajek, dessen Institut die Umfrage im Auftrag der Landes-SPÖ durchführte, erklärt: „Der Amtsinhaber hat es grundsätzlich leichter, vor allem, wenn man mit der Partei jenseits der 50 Prozent liegt.“ Für Aufwind müsste die Konkurrenz mit Christian Sagartz (ÖVP), Alexander Petschnig (FPÖ) und Regina Petrik (Grüne) schon auf einen „groben Schnitzer“ der SPÖ hoffen.

Auch die Ermittlungen wegen mutmaßlicher Falschaussage vor dem U-Ausschuss brachten Doskozils Werte zuletzt nicht ins Wanken. Im Gegenzug gab es hohe Zustimmung zum Pandemie-Management im Land. Dass es der türkise Kanzler im direkten Vergleich mit dem roten Landeschef schwer hat, ist laut Hajek zwar ein bekanntes Phänomen; die Zustimmung zur früheren Lockdown-Öffnung, für die Doskozil anfangs Kritik einstecken musste, kommt aber auch von ÖVP-Wählern (siehe Grafiken). Die gesunkenen Covid-Zahlen sind dafür ebenso verantwortlich.

Ob Doskozils Umfrage-Hoch bundespolitisches Gewicht hat? Hajek verweist auf dessen Profil als Ex-Minister und Landeschef und meint: „Man weiß erst, ob man ein Herausforderer ist, wenn man die Bühne betritt.“