Pflege-Plan wirft für Wirtschaftskammer Fragen auf. Für die Wirtschaftskammer (WK) Burgenland bleiben nach der Präsentation des Zukunftsplan Pflege "viele Fragen und maßgebliche Klarstellungen" offen. Man sei laut Aussendung nicht eingebunden gewesen und habe das Papier erst am Montag bekommen. Positiv reagierte die Gewerkschaft vida. Bei der Industriellenvereinigung (IV) hingegen stößt man sich am angekündigten Netto-Mindestlohn von 1.700 Euro.

Von Redaktion, APA. Erstellt am 25. März 2019 (15:25)
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Die Betreuung und Pflege Angehöriger wirft viele Fragen auf.
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Zu den offenen Fragen zählen aus Sicht der WK abgesehen von arbeitsrechtlichen Aspekten und Fragen der Organisation und Finanzierung der Pflege "insbesondere alle Themen, die selbstständige Personenbetreuer und die Agenturen betreffen, wie auch die Pflegeheime und Gesundheitsbetriebe, die Mitglieder in der Wirtschaftskammer sind." Nun brauche es "eine rechtliche und juristische Prüfung, sachlich und ohne übertriebene Aufregung" - etwa, was Landes- und Bundeskompetenzen sowie prinzipielle Fragen der Gleichbehandlung und der Gewerbeausübung nach der Gewerbeordnung betreffe.

Seitens der vida Burgenland wünscht man sich im Zuge der Umsetzung des Pflegekonzepts auch "bessere Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten", stellte Landesvorsitzender Erich Mauersics fest. Nach einer ersten Bestandsaufnahme hätten die Pläne "mehrere Vorteile": Durch gemeinnützige Führung der Heime werde die Pflege wieder ein Teil der Daseinsvorsorge. Andererseits gäbe es künftig für alle Betreiber die gleichen Bedingungen.

Eine Lohnerhöhung um 20 Prozent sei "für die Wirtschaft und den Standort nicht tragbar", kritisierte die IV: "Populistische Töne", die eine "sozial gerechte" Höhe des Mindestlohns von zehn Euro netto pro Stunde fordern würden, klängen zwar wie Musik in den Ohren der Arbeitnehmervertreter. "Es sind aber trügerische Forderungen zulasten von heimischen Arbeitsplätzen und deshalb ein wirtschaftliches und volkswirtschaftliches No-Go", stellte der Präsident der IV Burgenland, Manfred Gerger, fest.