Jäger gehen in die Offensive. Verband sammelt Unterschriften gegen höhere Abgaben und „Kompetenzverluste“. Das stößt auch intern auf Kritik.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 29. Oktober 2020 (05:22)
Symbolbild
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Die Diskussionen um die neuerliche Novellierung des Jagdgesetzes reißen nicht ab – allerdings sorgt die Angelegenheit, wie man hört, auch innerhalb der Jägerschaft für Konflikte. Aktueller Grund ist eine Petition, für die der Jagdverband derzeit Unterschriften sammelt.

Mit der Unterstützung möglichst vieler Jäger will man seitens des Verbandes eine Neuverhandlung des Gesetzes bewirken. Knackpunkte sind die angekündigte Verteuerung der Jagd-Abgabe (bis zu einer Verzehnfachung) sowie der Plan, die Bezirksjägermeister aus dem Verband auszugliedern und auf behördlicher Ebene zu installieren (die BVZ berichtete). Das könne man sich so nicht gefallen lassen, meint Landesjägermeister Roman Leitner.

Landesjägermeister Roman Leitner: „Man will das Gesetz nur schnell durchziehen.“
BVZ

Es gibt aber auch einige Stimmen innerhalb der Jägerschaft, die mit der Vorgangsweise nicht einverstanden seien, wissen Insider zu berichten; „unzufriedene“ Jäger, die das neue Gesetz akzeptieren und nach Möglichkeit dahingehend erweitern wollen, um einen eigenen, zweiten Verband gründen zu können. Leitner hingegen spricht von internem Rückhalt und verweist auf einen Beschluss beim Landesjagdtag: „Der Vorstand hat den Auftrag bekommen, alles zu unternehmen, um Verbesserungen zu erwirken. Es wäre besser, die Novelle zurückzustellen und noch einmal in Ruhe und auf Basis einer Evaluierung zu verhandeln.“

Auf den Vorwurf, der Jagdverband habe kein Mitspracherecht gehabt, reagiert man im Büro des zuständigen SPÖ-Landesrates Leonhard Schneemann verwundert: „Es gab mehrere Gesprächsrunden und auch Kompromisse.“ Daher verstehe man die neuerliche Kritik nicht; am Plan zur Gesetzes-Novelle will man jedenfalls festhalten.