„Hohe Besuche“ im Laufe der Zeit. Der Papst, hochrangigste Politiker oder auch Hollywood-Star Arnold Schwarzenegger waren im Burgenland.

Von Richard Vogler. Erstellt am 12. Mai 2021 (08:00)

Zahlreiche Prominente machten dem Burgenland im Laufe der Jahre ihre Aufwartung. Nachstehend ein Auszug von „hohen Besuchen“. Im Jahre 1956 gab es den Ungarn-Aufstand samt Massenflucht in den Westen über das Burgenland, wobei die Brücke von Andau das Nadelöhr in die Freiheit war. Im Oktober war US-Vizepräsident Richard Nixon in Andau vor Ort, um sich ein Bild von der Situation zu machen.

1969 war Nobelpreisträger Konrad Lorenz in Donnerskirchen, er war Ehrengast bei Eröffnung der Forschungsstelle der Arbeitsgruppe Neusiedler See des Instituts für Vergleichende Verhaltensforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften.

Huldigende Worte für das Burgenland

Im Mai 1972 stattete Willy Brandt, Kanzler der Bundesrepublik Deutschland, Österreich einen zweieinhalbtägigen Besuch ab. Einen ganzen Tag davon widmete er dem Burgenland. In seiner Rede im Eisenstädter Landtagssitzungssal würdigt er Pannonien: Das Burgenland sei nicht nur Grenzland, sondern mehr noch Brücke zwischen West und Ost. Und dies sei etwas, wovon wir viele auf die künftige europäischen Entwicklung übertragen sehen möchten. Die im Jahre 1997 verstorbene „Heilige Mutter Teresa von Kalkutta“, machte auf ihren unzähligen Reisen mehrere Male Station in Österreich. 1982 gastierte sie in Jennersdorf. Nach einem nächtlichen Gottesdienst lud sie die Anwesenden zu einer Schale Reis ein. Auf die Interview-Frage „Was Wohlstandsländer tun können, um den Hungernden zu helfen?“, antwortete sie wie folgt: „Beteiligt euch daran, Liebe zu schenken, solange bis es schmerzt.“

Papst vor 80.000 Menschen in Trausdorf

1988 sorgte das damalige Oberhaupt der Katholischen Kirche für einen Massenandrang. Johannes Paul II feierte vor 80.000 Menschen gemeinsam mit dem aus Trausdorf stammenden Diözesanbischof Stefan Laszlo die Heilige Messe auf dem Flugplatz in Trausdorf.

Anschließend fuhr er im Papamobil weiter in die Landeshauptstadt und fuhr im Schritttempo vorbei an tausenden Schaulustigen über die Hauptstraße in die Kaserne, ehe er im Hubschrauber seine Reise fortsetzte.

Auch der älteste noch lebende US-Präsident war zu Gast im Burgenland: Jimmy Carter verweilte im Jahr 1993 auf Staatsbesuch in Österreich, wobei er auch die burgenländische Landeshauptstadt besuchte. Helmut Kohl, Wegbereiter der deutschen Wiedervereinigung, war 1996 im Eisenstädter Bezirk. „Hier verspürt man den Atem der Geschichte“, sagte Kohl, als er bei St. Margarethen an der Grenze stand. Am 19. August 1989 drücken hunderte DDR-Bürger ein altes Holztor in einem Waldstück bei St. Margarethen im Burgenland auf, um in den Westen zu gelangen.

Skandinavische Könige auf Besuch

König Olav von Norwegen besuchte 1982 das Burgenland, 2007 war das nächste skandinavische Königshaus auf Staatsbesuch. König Carl Gustav und Königin Silvia von Schweden besichtigten zunächst den Seewinkel, ehe sie nach Eisenstadt fuhren, wo sie einem Konzert des Kammerorchesters Joseph Haydn lauschten. „Da muss ich nach Güssing kommen, um noch so einen Medienrummel zu erleben“, tönte Arnold Schwarzenegger 2012 anlässlich seines Besuchs in Güssing. Nach Besichtigung der Öko-Vorzeigestadt meinte er: „Ihr alle habt erkannt, wie der Weg in eine bessere Zukunft aussehen muss. Die ganze Welt soll Güssing werden, alle sollen es euch nachmachen!“ Die passenden Worte für seinen Abschied zu finden, fielen dem Ex-Hollywood-Star und Gouverneur von Kalifornieren nicht schwer: „I‘ll be back!“

Quellen: www.orf.at

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