Drahtiger, digitaler, elektrischer. Der Opel Astra befährt unter dem Stellantis-Konzerndach neue optische und technische Wege.

Von Beatrix Keckeis-Hiller. Erstellt am 21. Juli 2021 (05:04)
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Enthüllt ist der neue Astra-Fünftürer. Die sechste Generation ist eine komplett neue Generation. Aussehen? Dynamischer als jemals zuvor, mit klarer, aufregender Linienführung ohne überflüssige Schnörkel.
Opel, Opel

Eines der traditionellsten und wichtigsten Modelle der Blitzmarke hat sich jetzt, im Vorfeld des Marktstarts, komplett entblättert, Opel hat dem neuen Astra den gelb-schwarzen Tarnanzug ausgezogen. In diesem hatte der Rüsselsheimer bereits einen Vorgeschmack seiner neuen Talente geliefert. Wie berichtet hatte die NÖN die exklusive Gelegenheit, im Rahmen der finalen Entwicklungsschritte eine Vorserientestfahrt zu absolvieren und zur Validierung des neuen Fahrwerkssettings beizutragen. Das haben die Opel-Entwickler sportlicher als bisher interpretiert und rund um ihren traditionellen Stammsitz finalisiert, denn auch die Produktion ist gewissermaßen nach Hause, nach Rüsselsheim, zurückgekehrt.

Ganz neu ist die technische Basis. Jetzt steht der Astra nicht mehr auf einem GM-, sondern auf einem Stellantis-Unterbau. Samt Antrieben. Gemeinsam mit seinen kompakten Konzernmarken-Brüdern von Peugeot, Citroën und DS Automobiles baut er nun auf der EMP2-Plattform. Und hat die Antriebsstränge mit übernommen: einen 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner mit 110 oder 130 PS, einen 1,5-Liter-Diesel mit 130 PS sowie ein Benziner-Plug-in-Hybridsystem (1,6-Liter-Turbo und Elektroaggregat) mit 225 und vermutlich 300 PS (in der künftigen allradgetriebenen OPC-Version).

Die Teilzeitstromer markieren für den Astra den Start in die Ära der Antriebselektrifizierung, einen reinen Batterietriebling wird es aber nicht geben. Je nachdem sind die Motorisierungen mit Sechs-Gang-Schaltung oder Acht-Stufen-Automatik zusammengespannt.

„Die kommende Astra-Generation hat das Zeug zum absoluten Bestseller und wird die Herzen vieler neuer Kunden erobern!“ Christoph Stummvoll, Pressesprecher Opel Österreich

Wachstum war, was die Außenlänge betrifft, nicht das Thema. Vier Millimeter sind nicht die Welt: Der Fünftürer misst jetzt 4.374 Millimeter. Dafür ging er etwas in die Breite, auf 1.860 Millimeter. An Radstand legt er um 13 Millimeter auf 2.675 Millimeter zu. Ins Ladeabteil passen mindestens 422 Liter Gepäck.

Dass die Exterieur-Optik den Stil der neuen Designlinie namens „Opel Vizor“ – wie beim Mokka – fortsetzen wird, das war bereits in der getarnten Vorserienversion unschwer zu erraten. Hauptmerkmale sind hoch gesetzte und schmal geschnittene Scheinwerfer, ein unverschnörkelt coupéhafter Karosserieschnitt sowie ein scharf konturiertes und selbstbewusst prägnantes Heck. Dazu serviert Opel neben den üblichen klassischen Farbtönen von Schwarz über Grau bis Weiß markante Lackierungen, darunter spezifische Grün- und Gelbtöne, optional mit kontrastierender Dachkolorierung.

Ein großes Geheimnis noch geblieben war im Zuge der Entwicklungstestfahrt, zumindest für die Öffentlichkeit, die neue Gestaltung des Interieurs. Ahnen konnte man jedoch bereits, dass das Cockpit der sechsten Astra-Generation volldigital sein wird. Realisiert wurde das mit einer doppelten Widescreen-Einheit, je zehn Zoll groß. Die Marketingabteilung nennt das „Pure Panel“: Das fahrerseitige Display fungiert als Kombiinstrument. Der nahtlos anschließende zentrale Touchscreen fasst die Infotainment- und Navigationssystemfunktionen zusammen. Da-runter platziert ist dennoch eine Tastenleiste, für schnellen Zugriff auf wichtige Steuerungen wie etwa die der Klimatisierung. Das Drei-Speichen-Lenkrad ist griffig und nicht mit Bedienfunktionen überfrachtet.

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Opel

Zugelegt hat der Rüsselsheimer an Technik-Goodies. Dazu gehört die hauseigene Interpretaton der Matrix-LED-Leuchtentechnik (Intellilux) mit Pixel-Licht. Die AGR-zeritfizierten Sitze – eine Domäne von Opel – können mit Klimatisierungs- und Massagefunktion bestellt werden. Erweitert ist das Konvolut an elektronischen Komfort- und Sicherheitshelfern. Dazu gehört ein sogenannter automatischer Geschwindigkeitsassistent. Ebenso zu haben: ein echtes Head-up-Display, eine erweiterte Verkehrszeichenerkennung und eine 360-Grad-Kamera.

Damit ist der kommende Astra rundum präpariert für die nahe Zukunft. Bekanntlich hatte der Vorgänger nach seinem Debüt 2016 das Ehrenprädikat „European Car of the Year“ verliehen bekommen. Eine Wiederholung – und damit Bestätigung – peilt Opel für 2022 an …